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Großbritannien:Beste Feinde

Seit Jahrzehnten auf den Fersen: David Cameron und Boris Johnson, hier im Mai 2012. Johnson war gerade als Bürgermeister von London wiedergewählt worden.

(Foto: Stefan Rousseau/AFP)

Sie nennen sich Freunde und sind Erzrivalen. Von dem bizarren Zweikampf "Boris vs. Dave" hängt das Schicksal des Vereinigten Königreichs und auch des Kontinents ab.

Anfang dieser Woche um zehn Uhr in York, ein ausgesprochen schöner Montagmorgen. Rund 150 Menschen haben sich versammelt, um Boris Johnson zuzuhören. Der ehemalige Bürgermeister von London steht vor einem roten, sogenannten Battle Bus, der über und über mit Anti-EU-Werbung beklebt ist, und hält eine seiner typischen Reden, die stets klingen, als improvisiere er sie. Nichts könnte der Wahrheit ferner liegen. Seine blonden Haare umwehen den Kopf besonders ungekämmt, der Anzug ist ausgebeult, und so wie Johnson die EU gerade beschreibt, klingt es, als handele es sich bei der Gemeinschaft um einen Todeskult, der von seinen sämtlichen Mitgliedern die Opferung der Erstgeborenen verlangt. Das ist insofern ein wenig erstaunlich, weil Johnson im Grundsatz ein Freund der EU ist, aber diese Freundschaft muss derzeit mal wieder hinter seinen persönlichen Ambitionen zurückstehen.

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