US-PolitikMedienbericht: USA erwägen Zahlungen an Grönländer für Übernahme – bis zu 100 000 Dollar

Mit dem Geld solle die Bevölkerung des autonomen dänischen Landesteils von einer Abspaltung von Dänemark und einem möglichen Anschluss an die USA überzeugt werden.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zu den USA.

Wichtige Updates
US-Parlamentarier sichern Dänemark und Grönland nach Trumps Drohungen Unterstützung zu
Trump dankt Machado für Friedensnobelpreismedaille
Pistorius: Erwarte keine Übernahme von Grönland durch USA
Trump droht mit Militäreinsatz gegen Protestierende in Minneapolis
Machado überreicht Trump Friedensnobelpreis-Medaille – Trump unterstützt weiter Vizepräsidentin Rodríguez
Dimitri Taube

Truppen in Grönland erwartet – USA zeigen sich unbeeindruckt

Die US-Regierung zeigt sich von der Ankunft von Soldaten aus Nato-Staaten in Grönland unbeeindruckt. „Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben“, sagte die Regierungssprecherin von Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, im Weißen Haus.

Mehrere Nato-Verbündete Dänemarks senden derzeit im Rahmen einer militärischen Erkundungsmission Soldaten auf die Arktisinsel. Es handelt sich bei der Erkundung unter der Führung Dänemarks nicht um eine Mission der Nato – die beteiligten Länder sind aber Mitgliedstaaten der Verteidigungsallianz.

Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet des Nato-Mitglieds Dänemark. An der Mission beteiligt sich auch die Bundeswehr. Vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen startete am Donnerstag ein Transportflugzeug vom Typ A400M mit etwas mehr als einem Dutzend Soldaten an Bord. Nach einem Stopp in Dänemark sollen die Soldaten an diesem Freitag zusammen mit weiteren Partnern mit einem zivilen dänischen Flugzeug in Grönland eintreffen.

Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande schicken Soldaten. Einige sind Berichten zufolge bereits eingetroffen.
Leopold Zaak
Leopold Zaak

Italiens Verteidigungsminister spottet über Soldaten europäischer Partner in Grönland

Das Nato-Gründungsmitglied Italien will keine Soldaten für eine Erkundungsmission mit anderen europäischen Partnerstaaten in Grönland abstellen. Verteidigungsminister Guido Crosetto spottete über die Partnerstaaten, die ihrerseits Soldaten auf die Insel entsendet haben. Crosetto, der Melonis Rechtspartei Fratelli d'Italia angehört, sagte zu der Erkundungsmission unter dänischer Leitung: „Ich frage mich, was sie dort tun sollen. Einen Ausflug machen? 15 Italiener, 15 Franzosen, 15 Deutsche: Das klingt für mich wie der Anfang eines Witzes. Ich bin dafür, eine Welt, die bereits zu sehr zersplittert ist, zu erweitern und nicht in Nationen aufzuteilen.“ Dabei müsse stets im Sinne der Nato und der Vereinten Nationen gedacht werden.

Das Erkundungsteam der Bundeswehr mit 15 Soldaten soll am frühen Abend auf der weltgrößten Insel eintreffen. Auch Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland schicken dazu Teams. Italiens Ministerpräsidentin Meloni, die sich derzeit in Japan aufhält, bezeichnete die Region in einem Vorwort für die Arktis-Strategie als „wichtig für das globale Gleichgewicht“. Italien wolle die Arktis als „Gebiet des Friedens, der Zusammenarbeit und des Wohlstands“, basierend auf den Grundlagen des Völkerrechts. Meloni pflegt zu Trump ein engeres Verhältnis als andere europäische Staats- und Regierungschefs.
Dimitri Taube

US-Parlamentarier sichern Dänemark und Grönland nach Trumps Drohungen Unterstützung zu

Eine überparteiliche Delegation von ​US-Parlamentariern will Dänemark und Grönland angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump die Unterstützung des Kongresses zusichern. Die elfköpfige Delegation unter Leitung des demokratischen Senators Chris Coons sollte am Freitag in ‍Kopenhagen mit der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen und ihrem grönländischen Amtskollegen Jens-Frederik Nielsen zusammentreffen.

„In einer ‌Zeit zunehmender internationaler Instabilität müssen wir uns unseren Verbündeten annähern und sie nicht vergraulen“, hatte Senator Coons Anfang der Woche erklärt. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen sagte, die Rhetorik ​zu einer Übernahme Grönlands ‍untergrabe die Nato und spiele Russland und ‌China in die Hände. „Ich weiß, dass es hier in Dänemark und in Grönland echte, tiefe Besorgnis gibt“, sagte sie. „Aber ich glaube, dass sich vernünftigere Köpfe durchsetzen werden.“ 

Der Delegation gehören zwar überwiegend Demokraten an, aber auch die republikanischen Senatoren Thom Tillis ⁠und Lisa Murkowski sind dabei.
Dimitri Taube

Trump dankt Machado für Friedensnobelpreismedaille

Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado hat ihre Goldmedaille für den Friedensnobelpreis US-Präsident Donald Trump überreicht. Dies sei eine wundervolle Geste gegenseitigen Respekts, schrieb Trump nach dem Treffen in Washington auf der Plattform Truth Social. Das Nobelpreis-Institut hatte allerdings schon klargestellt, dass ein Nobelpreis nicht weitergereicht werden könne.

Trump erklärte: „María hat mir ihren Friedensnobelpreis für die Arbeit überreicht, die ich geleistet habe.“ Weiter sagte er: „Eine so wunderbare Geste gegenseitigen Respekts. Danke, María!“ 

Machado hatte ihre Auszeichnung bereits zuvor Trump gewidmet und angedeutet, ihm den Preis für seine Unterstützung des venezolanischen Volkes weitergeben zu wollen. Trump sagt schon seit Monaten immer wieder, dass er den Friedensnobelpreis verdient hätte. Vergangenes Jahr wurde aber Machado damit ausgezeichnet. Nobelpreis-Gewinner erhalten neben einer Urkunde auch eine goldene Medaille. Diese habe sie Trump gegeben, sagte Machado nach dem Treffen.

Doch trotz dieses Versuchs, sich bei Trump anzubiedern, arbeitet der US-Präsident nach dem Sturz von Venezuelas Diktator Nicolás Maduro nicht mit Machado zusammen, sondern mit der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez.
Dimitri Taube

Pistorius: Erwarte keine Übernahme von Grönland durch USA

Trotz ​Drohungen von US-Präsident Donald Trump geht Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nicht von einer Annexion Grönlands aus. „Ich sehe nicht, dass es zu einer solchen Aktion kommt“, sagte der SPD-Politiker am ‍Donnerstag dem ZDF. „Ich kann nicht in die Zukunft gucken und vielleicht werde ich eines ‌Besseren oder Schlimmeren belehrt“, sagte er und mahnte zu mehr Gelassenheit. „Ich glaube, es ist falsch, sich permanent mit dem ‚Was ​wäre wenn‘ zu ⁠beschäftigen, sondern wir sollten einfach schlicht ‌und ergreifend unsere Arbeit machen.“

Im Zusammenhang mit der Erkundungsmission deutscher Soldaten in Grönland sagte Pistorius, es gehe dabei um die Sicherheit Grönlands, dies sei nicht gegen die USA gerichtet. Diese hätten ohnehin ⁠einen Stützpunkt dort. Ob die ​Bundeswehr-Truppe später aufgestockt werde, hänge von einer entsprechenden Bitte Dänemarks und einer Entscheidung der Nato ab, sagte Pistorius. Er betonte, ‍dass jegliche Maßnahmen gemeinsam mit den USA erfolgen müssten, da ‌es sich um "gemeinsames Territorium" handle.

Angesprochen auf den Zeitpunkt der Entsendung der deutschen Soldaten sagte Pistorius in den ARD-„Tagesthemen“, dies sei „ein zeitlicher Zufall“. „Das ist ja schon deshalb Zufall, weil wir, als wir die Planung dafür aufgesetzt haben, noch gar nicht wissen konnten, dass das Gespräch am Mittwoch stattfindet und wie es ausgehen würde.“ An dem Tag war es zu einem weitgehend ergebnislosen Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland gekommen.

Bislang sei man zu See unterwegs gewesen, erklärte Pistorius – jetzt gehe es um die Frage, wie an Land gemeinsam mit anderen Streitkräften der Nato geübt werden könne.
Amelie Schmidt

Trump droht mit Militäreinsatz gegen Protestierende in Minneapolis

Nach erneuten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Bundesbeamten in Minneapolis droht US-Präsident Donald Trump damit, das Militär gegen die Proteste einzusetzen. Er werde den sogenannten Insurrection Act nutzen, wenn sich die „korrupten Politiker“ des US-Bundesstaats Minnesota nicht an das Gesetz hielten und „die professionellen Agitatoren und Aufständischen“ nicht davon abhielten, „Patrioten“ der Einwanderungsbehörde ICE anzugreifen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

ICE-Beamte, die in vielen demokratischen Städten wegen ihrer Razzien gegen Migranten mit teils vermummten Beamten auf Widerstand stoßen, nahm er dabei einmal mehr in Schutz. Sie versuchten nur ihre Arbeit zu machen.

Das Gesetz erlaubt dem US-Präsidenten im Ausnahmefall, das Militär im Inland einzusetzen, um Aufstände niederzuschlagen und sich an Strafverfolgungsmaßnahmen zu beteiligen. Unter normalen Umständen ist das in den USA nicht erlaubt. Bereits als im Sommer in Los Angeles gegen seine Migrationspolitik protestiert wurde und Trump Tausende Soldaten in die Westküstenmetropole schickte, schloss er nicht aus, das Gesetz anzuwenden. 

Eine Woche nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten auf eine Frau in einem Auto hatte ein Bundesbeamter in Minneapolis erneut einen Schuss abgegeben und damit einen Mann verletzt. Der Vorfall heizt die ohnehin angespannte Stimmung in der Stadt weiter an. US-Medien berichten von Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Strafverfolgungsbeamten, die über Stunden andauerten. Staats- und Kommunalpolitiker in Minnesota haben die Bundespräsenz dort scharf verurteilt und erklärt, sie habe in ihren Gemeinden verheerende Schäden angerichtet. Die Trump-Regierung verteidigt sie als notwendig, um illegal in den USA lebende Migranten abzuschieben. 
Viktoria Spinrad
Viktoria Spinrad

Machado überreicht Trump Friedensnobelpreis-Medaille – Trump unterstützt weiter Vizepräsidentin Rodríguez

Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado wirbt weiter mit einer Charmeoffensive um Trumps politische Unterstützung – allerdings mit wenig Erfolg. Nach dem Treffen mit US-Präsident Trump im Weißen Haus erklärte sie vor Journalisten, sie habe Trump bei ihrem Treffen ihre Friedensnobelpreis-Medaille übergeben. Der Preis sei eine Anerkennung für Trumps „einzigartiges Engagement“ für Venezuelas Freiheit. Ob Trump die Medaille annahm, war zunächst unklar.

Noch während des Treffens bekräftigte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt, dass Trump die Oppositionsführerin weiterhin nicht als erfolgversprechende Nachfolgerin des gestürzten Staatschefs Nicolás Maduro sehe. Die Frage, ob Trump es nach wie vor für schwierig für Machado halte, Venezuela zu führen, weil ihr die Unterstützung und der Respekt in dem Land fehlten, bejahte Leavitt bei einer Pressekonferenz.

Es handele sich dabei um eine „realistische Einschätzung“, die darauf basiere, was Trump von seinen Beratern und seinem nationalen Sicherheitsteam gelesen und gehört habe. Zum jetzigen Zeitpunkt habe sich seine Meinung nicht geändert, sagte Leavitt. Trump wolle Venezuela weiterhin auf dem Weg in die Demokratie sehen, inklusive von Neuwahlen, „eines Tages“.

Seit der Gefangennahme von Maduro unterstützt Trump die Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Diese sei ein „großartiger Mensch“, sagte Trump zuletzt. Analysten sehen seine klar verteilte Sympathie als Zeichen, dass die US-Regierung Stabilität über Demokratisierung stellt, während die Ölförderung wieder an Schwung gewinnen soll – zugunsten der USA. 

Trump hatte sich zuvor schon mehrfach öffentlich dazu geäußert, dass er den Friedensnobelpreis bekommen wolle. Machado hatte den Preis im vergangenen Jahr für ihren Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes verliehen bekommen. Das Nobelkomitee hatte zuvor bereits klargestellt, dass der Friedensnobelpreis nicht auf andere Menschen übertragbar ist.
Anna Bolten

Trump empfängt Machado 

Die venezolanische Oppositionschefin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hat am Nachmittag (Ortszeit) US-Präsident Donald Trump in Washington besucht. Was besprochen wurde, wurde zunächst nicht bekannt. Von Trump gibt es nach dem Treffen keine unmittelbare Reaktion. 

Fotos zeigen, wie Machado nach dem Treffen Menschen grüßt, die sich vor dem Weißen Haus versammelt haben. „Seid versichert, dass wir für die Freiheit Venezuelas auf Präsident Trump zählen können“, sagt sie ihren Anhängern. 
Machado vor dem Weißen Haus nach ihrem Treffen mit Trump.
Machado vor dem Weißen Haus nach ihrem Treffen mit Trump. Foto: Brendan Smialowski/ AFP
Machado umarmt einen ihrer Anhänger in Washington.
Machado umarmt einen ihrer Anhänger in Washington. Foto: Craig Hudson/ REUTERS
Machado galt als wichtige Figur im Widerstand gegen Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Sie versuchte zuletzt, Trump für sich zu gewinnen. Sie erklärte sich in einem Interview des US-Senders Fox News sogar bereit, ihren Friedensnobelpreis an ihn weiterzugeben oder mit ihm zu teilen. Das Nobelpreiskomitee erklärte dies allerdings für unzulässig. 

Trump hatte sich nach der Gefangennahme von Maduro Anfang des Monats skeptisch über die Eignung der Oppositionsführerin als dessen Nachfolgerin geäußert. Aus seiner Sicht genieße sie weder die nötige Unterstützung noch den nötigen Respekt im Land, sagte er. Hinter dieser Aussage würde er immer noch stehen, bestätigte seine Sprecherin Leavitt während des Treffens mit Machado. 

Im Anschluss an das Treffen mit Trump trifft sich Machado noch mit einer Gruppe von US-Senatoren im Kapitol.
Anna Bolten

USA von Erkundungsmission unbeeindruckt

Die US-Regierung hat sich im Grönland-Konflikt unbeeindruckt von der militärischen Erkundungsmission mehrerer Nato-Verbündeten Dänemarks auf der Arktisinsel gezeigt. „Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben“, sagte die Regierungssprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, vor Journalisten im Weißen Haus. Mehrere Nato-Verbündete Dänemarks senden Soldaten auf die Arktisinsel. An der Erkundungsmission beteiligt sich auch die Bundeswehr.
Anna Bolten

EU: Dänemark könnte im Grönland-Ernstfall Beistand verlangen

Im Fall eines gewaltsamen Konflikts um Grönland könnten Deutschland und die anderen EU-Staaten auf Antrag Dänemarks hin Beistand leisten müssen. Das stellte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas nun klar, nachdem die in Washington geführten Krisengespräche zu Trumps Besitzanspruch auf Grönland gescheitert waren.

Grönland sei Teil des Hoheitsgebiets des Königreichs Dänemark und fiele daher grundsätzlich unter die gegenseitige Solidaritätsklausel in Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags, sagte die Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich betonte sie, dass sich die Frage einer Anwendung derzeit nicht stelle. 

Zuvor waren EU-Vertreter der Frage lange ausgewichen, ob Dänemark im Fall einer gewaltsamen Einverleibung Grönlands durch die USA theoretisch den Beistand anderer Mitgliedstaaten anfordern könnten. Als Grund gilt unter anderem, dass die Grönländer 1982 in einem Referendum für den Austritt aus der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG) gestimmt hatten. Zugleich ist Grönland aber weiterhin Teil des Königreichs Dänemark. Unter Juristen wird zum Teil auch die Auffassung vertreten, dass die Solidaritätsklausel vermutlich nicht für Grönland gilt.

In ihr heißt es konkret: „Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung (...).“ Artikel 42 Absatz 7 ist damit noch schärfer formuliert als Artikel 5 der Nato. Nach diesem liegt es im Ermessensspielraum der Bündnisstaaten, wie sie im Fall eines Angriffs Alliierten zu Hilfe kommen. Den Nato-Bündnisfall könnte Dänemark zudem ohnehin nicht ausrufen, weil dazu auch die USA zustimmen müssten. 
Amelie Schmidt

USA bringen erneut Öltanker unter ihre Kontrolle

US-Einheiten haben erneut einen Öltanker in der Karibik unter ihre Kontrolle gebracht. Sie hätten vor Tagesanbruch den Tanker „Veronica“ beschlagnahmt, teilte das für die Region zuständige Südkommando des US-Militärs (Southcom) auf der Plattform X mit. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem schrieb, dass es sich dabei um einen sanktionierten Tanker handele, der zuvor venezolanische Gewässer durchquert und dabei gegen eine Blockade des US-Präsidenten Trumps verstoßen habe. Laut Southcom verlief der Einsatz „ohne Zwischenfälle“.

Die USA haben in den vergangenen Wochen bereits mehrere Tanker unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hatte Trump angekündigt, eine „vollständige und komplette Blockade aller sanktionierter Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela“ zu verhängen. Seine Begründung: Das südamerikanische Land habe Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen – diese müssten zurückgegeben werden. In dem Post von Southcom zu der jüngsten Beschlagnahmung hieß es nun: „Das einzige Öl, das Venezuela verlässt, wird Öl sein, das ordnungsgemäß und rechtmäßig koordiniert wird.“

Trump zeigt sich bislang mit der aktuellen Führung Venezuelas unter der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez zufrieden. Er habe am Mittwoch ein langes Telefonat mit ihr gehabt und nannte sie eine großartige Person. 
Dimitri Taube

Bundeswehr fliegt am Freitag mit Dänen nach Grönland, Frankreich stationiert bereits Soldaten auf der Insel

Die Bundeswehr ist mit einem Erkundungsteam nach Grönland gestartet. Zunächst gibt es jedoch einen Zwischenstopp in Dänemark. Am Freitag soll es dann nach Grönland weitergehen. „Wir haben uns nach weiteren Absprachen mit Dänemark entschieden, heute zunächst nach Dänemark (Karup) zu fliegen“, teilte das Verteidigungsministerium an diesem Donnerstag mit. Man wolle das Angebot der Dänen nutzen, mit dem ‌dänischen Erkundungsteam und weiteren Partnern am Freitag gemeinsam nach Grönland zu fliegen. Dies werde mit einem zivilen dänischen Luftfahrzeug erfolgen. Am Mittwochabend hatte ​das Ministerium ⁠noch einen Flug mit einem Transportflugzeug vom Typ A400M angekündigt.

Frankreich hat mit der Stationierung eigener Soldaten auf der zu Dänemark gehörenden Insel bereits begonnen. „Ein erstes Team französischer Soldaten ist bereits vor Ort und wird in den kommenden Tagen auf dem Land-, Luft- und Seeweg verstärkt werden“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Deutschland will 13 Bundeswehrsoldaten schicken. „Ziel ist, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung“, hatte das Ministerium mitgeteilt.

Deutschland und weitere europäische Länder treiben damit nach erfolglosen Krisengesprächen zwischen den USA, Dänemark und Grönland einen mehrtägigen militärischen Erkundungseinsatz auf der Arktisinsel voran.

Verteidigungsminister Boris Pistorius ‌verwies darauf, dass Russland und China die Arktis zunehmend militärisch nutzten und „damit die Freiheit der Verkehrs-, Kommunikations- und Handelswege infrage“ stellten. Die Nato werde dies nicht zulassen. „Entscheidend ist für mich, dass wir uns bei ​der gemeinsamen Erkundung ‍in Grönland unter dänischer Führung innerhalb der Nato, ‌insbesondere mit unseren US-Partnern, sehr gut abstimmen“, teilte Pistorius mit.
Julia Bergmann
Julia Bergmann

Gouverneur Walz ruft nach erneuten Schüssen in Minneapolis zur Ruhe auf

Eine Woche nach den tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Frau hat ein Bundesbeamter in Minneapolis erneut einen Schuss abgegeben und damit einen Mann verletzt.  Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, und Minneapolis' Bürgermeister, Jacob Frey, riefen die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren.  

Auf X schrieb Walz: „Ich weiß, ihr seid wütend. Ich bin wütend.“ Donald Trump wolle Gewalt auf den Straßen, schrieb er weiter. „Aber Minnesota wird eine Insel der Anständigkeit, der Gerechtigkeit, der Gemeinschaft und des Friedens bleiben. Gebt ihm nicht, was er will.“ In einer Ansprache hatte Walz bereits zuvor die Präsenz der Bundespolizei in seinem Staat verurteilt. In ungewöhnlich deutlichen Worten beschuldigte er die Einsatzkräfte, Menschen willkürlich anzuhalten und festzunehmen. Er bezeichnete die Operationen als „eine Kampagne organisierter Brutalität gegen das Volk von Minnesota durch unsere eigene Bundesregierung“.

Auch Bürgermeister Frey appellierte an wütende Anwohner, „nicht auf die Provokation einzugehen“. „Gehen Sie nach Hause. Wir können Donald Trumps Chaos nicht mit unserem eigenen Chaos beantworten“, sagte der Bürgermeister. Er hatte wiederholt gefordert, dass ICE und andere Bundesbeamte die Stadt verlassen. Er betonte: „Das ist eine unmögliche Situation, in die unsere Stadt derzeit gebracht wird.“ Das Heimatschutzministerium erklärte, der Bürgermeister sowie der Gouverneur von Minnesota würden aktiv zu organisiertem Widerstand gegen ICE und die Bundespolizei ermutigen. 

Das Ministerium schilderte den Vorfall, bei dem geschossen wurde, als eskalierte Verkehrskontrolle am Mittwochabend (Ortszeit). Bei einer anschließenden körperlichen Auseinandersetzung mit drei Menschen schoss der Bundespolizeibeamte demnach aus Notwehr und traf einen von ihnen am Bein. Der Stadt Minneapolis zufolge befindet sich der Mann mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus. Laut Ministerium hatten Bundespolizeibeamte den „illegalen Einwanderer aus Venezuela“ zuvor in seinem Auto kontrolliert. Dieser sei dann zunächst im Wagen und nach einem Unfall weiter zu Fuß geflohen. Als einer der Beamten versucht habe, ihn festzunehmen, habe er Widerstand geleistet und den Beamten gewaltsam angegriffen.

Zu dem Gerangel der beiden auf dem Boden kamen dem Ministerium zufolge zwei Menschen hinzu und attackierten den Beamten unter anderem mit einer Schneeschaufel. Der Beamte habe um sein Leben gefürchtet und sich von den drei Menschen bedroht gefühlt, weshalb er zur Verteidigung einen Schuss abgegeben habe, hieß es. Der ursprüngliche Verdächtige sei am Bein getroffen worden. Auch der Polizist kam demnach ins Krankenhaus. Die beiden anderen Angreifer seien in Gewahrsam, hieß es. Das Heimatschutzministerium nannte keine Details zu dem Polizeibeamten. 
Julia Bergmann
Julia Bergmann

USA stoppen Vergabe von Einwanderungsvisa für 75 Staaten 

Die USA setzen die Bearbeitung ​von Einwanderungsvisa für Antragsteller aus 75 Ländern aus. Dies teilte ein Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch mit. Die Aussetzung trete am 21. Januar in Kraft. Zuerst hatte der Sender Fox News von diesem Schritt berichtet. 

In ‍einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen internen Dokument des Ministeriums hieß es, alle Richtlinien, Vorschriften und Anweisungen würden ‌genau unter die Lupe genommen, um ein Höchstmaß an Überprüfung und Sicherheitskontrolle für alle US-Visumantragsteller zu gewährleisten. Zudem bestehe bei Antragstellern aus diesen Ländern ein hohes Risiko, ​dass ⁠sie auf staatliche Leistungen in den USA angewiesen sein könnten. 

"Das ‌Außenministerium wird von seiner seit Langem bestehenden Befugnis Gebrauch machen, potenzielle Einwanderer für unzulässig zu erklären, die der öffentlichen Hand zur Last fallen und die Großzügigkeit des amerikanischen Volkes ausnutzen würden", sagte der stellvertretende Ministeriumssprecher ​Tommy Pigott.

Die Maßnahme ‍ist Teil eines verschärften Vorgehens gegen Einwanderung, seit ‌Donald Trump wieder als US-Präsident im Amt ist. Der Denkfabrik Cato Institute zufolge handelt es sich um die "migrationsfeindlichste Agenda in der amerikanischen Geschichte", die allein im nächsten Jahr rund 315 000 legale Einwanderer abweisen würde. Besuchervisa sind von der Regelung nicht betroffen. 

Die Aussetzung betrifft folgende Länder: Afghanistan, Ägypten, Albanien, Algerien, Antigua und Barbuda, Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Bahamas, Bangladesch, Barbados, Belarus, Belize, Bhutan, Bosnien, Brasilien, ‍Kambodscha, Kap Verde, Kolumbien, Kuba, Dominica, Dominikanische Republik, Elfenbeinküste, Eritrea, Fidschi, Gambia, ‌Georgien, Ghana, Grenada, Guatemala, Guinea, Haiti, Irak, Iran, Jamaika, Jemen, Jordanien, Kamerun, Kasachstan, Kirgisistan, Kosovo, Kuwait, Laos, Libanon, Liberia, Libyen, Marokko, Moldau, Mongolei, Montenegro, Myanmar, Nepal, Nicaragua, Nigeria, Nordmazedonien, Pakistan, Republik Kongo, Russland, Ruanda, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Senegal, Sierra Leone, ‍Somalia, Sri Lanka, Sudan, Südsudan, Syrien, Tansania, Thailand, Togo, Tunesien, Uganda, Uruguay ⁠und Usbekistan. 
Viktoria Spinrad
Viktoria Spinrad

US-Senat stoppt Resolution zur Beschränkung von Trumps Militärbefugnissen 

Rückendeckung für Trump: Der US-Senat hat Präsident Trump am Mittwoch freie Hand für weitere Militäraktionen in Venezuela gelassen. Mit knapper Mehrheit lehnte der Senat es ab, über die parteiübergreifende Resolution abzustimmen. Diese hätte Trump für zukünftige Militäraktionen verpflichtet, sich die Zustimmung des Kongresses zu holen. Zuvor ‌hatte Trump Druck auf Mitglieder seiner Republikanischen Partei ausgeübt, die die Vorlage ⁠unterstützt ​hatten. 

Die Abstimmung endete mit 51 zu 50 Stimmen, Vizepräsident J. D. Vance gab die entscheidende Stimme ab. Zuvor gab es im Senat die Pattsituation von 50 zu 50 Stimmen. In diesem speziellen Fall kommt dann der Vize-Präsident ins Spiel, der auch Präsident des Senats ist. Drei Republikaner stimmten mit den Demokraten.

Die Resolution war eine Reaktion auf den überraschenden Militäreinsatz zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar. Trump hatte das Vorgehen als Polizeioperation zur Vollstreckung von US-Haftbefehlen gerechtfertigt, Kritiker sehen darin jedoch einen Präzedenzfall für weitere Militäraktionen ohne Kongress-Zustimmung.

Während der Präsident als Oberbefehlshaber weitreichende Militärbefugnisse hat, liegt die Kriegserklärung beim Kongress. Der War Powers Act von 1973 sollte diese Gewaltenteilung nach dem Vietnam-Krieg stärken, wird aber von Präsidenten beider Parteien regelmäßig umgangen. Trumps Venezuela-Einsatz ohne vorherige Kongress-Konsultation setzt diese umstrittene Praxis fort. 
© SZ/dpa/epd/KNA/Reuters/Bloomberg - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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