US-PolitikMedienbericht: USA erwägen Zahlungen an Grönländer für Übernahme – bis zu 100 000 Dollar

Mit dem Geld solle die Bevölkerung des autonomen dänischen Landesteils von einer Abspaltung von Dänemark und einem möglichen Anschluss an die USA überzeugt werden.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zu den USA.

Wichtige Updates
Bundeswehr fliegt am Freitag mit Dänen nach Grönland, Frankreich stationiert bereits Soldaten auf der Insel
Gouverneur Walz ruft nach erneuten Schüssen in Minneapolis zur Ruhe auf
US-Senat stoppt Resolution zur Beschränkung von Trumps Militärbefugnissen 
Trump beharrt auf Grönland: "Es wird sich etwas finden"
Deutschland sendet Soldaten als Erkunder nach Grönland
Amelie Schmidt

Trump droht mit Militäreinsatz gegen Protestierende in Minneapolis

US-Präsident Donald Trump droht mit dem Einsatz des US-Militärs, um die Proteste in Minnesota nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde (ICE) niederzuschlagen. „Wenn die korrupten Politiker Minnesotas sich nicht an das Gesetz halten und die professionellen Agitatoren und Aufständischen nicht daran hindern, die Patrioten der ICE anzugreifen, die lediglich ihre Arbeit tun, werde ich das Aufstandsgesetz in Kraft setzen“, postete Trump in den sozialen Medien. 

Das Aufstandsgesetz (Insurrection Act) von 1807 erlaubt dem Präsidenten im Ausnahmefall den Einsatz des Militärs zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung im Inland. Bereits im Sommer, als in Los Angeles gegen seine Migrationspolitik protestiert wurde und Trump Tausende Soldaten in die Westküstenmetropole schickte, schloss er nicht aus, das Gesetz anzuwenden.  

Eine Woche nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten auf eine Frau in einem Auto hatte ein Bundesbeamter in Minneapolis erneut einen Schuss abgegeben und damit einen Mann verletzt. Der Vorfall heizt die ohnehin angespannte Stimmung in der Stadt weiter an. US-Medien berichten von Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Strafverfolgungsbeamten, die über Stunden andauerten. Staats- und Kommunalpolitiker in Minnesota haben die Bundespräsenz dort scharf verurteilt und erklärt, sie habe in ihren Gemeinden verheerende Schäden angerichtet. Die Trump-Regierung verteidigt sie als notwendig, um illegal in den USA lebende Migranten abzuschieben. 
Amelie Schmidt

USA bringen erneut Öltanker unter ihre Kontrolle

US-Einheiten haben erneut einen Öltanker in der Karibik unter ihre Kontrolle gebracht. Sie hätten vor Tagesanbruch den Tanker „Veronica“ beschlagnahmt, teilte das für die Region zuständige Südkommando des US-Militärs (Southcom) auf der Plattform X mit. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem schrieb, dass es sich dabei um einen sanktionierten Tanker handele, der zuvor venezolanische Gewässer durchquert und dabei gegen eine Blockade des US-Präsidenten Trumps verstoßen habe. Laut Southcom verlief der Einsatz „ohne Zwischenfälle“.

Die USA haben in den vergangenen Wochen bereits mehrere Tanker unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hatte Trump angekündigt, eine „vollständige und komplette Blockade aller sanktionierter Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela“ zu verhängen. Seine Begründung: Das südamerikanische Land habe Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen – diese müssten zurückgegeben werden. In dem Post von Southcom zu der jüngsten Beschlagnahmung hieß es nun: „Das einzige Öl, das Venezuela verlässt, wird Öl sein, das ordnungsgemäß und rechtmäßig koordiniert wird.“

Trump zeigt sich bislang mit der aktuellen Führung Venezuelas unter der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez zufrieden. Er habe am Mittwoch ein langes Telefonat mit ihr gehabt und nannte sie eine großartige Person. 
Dimitri Taube

Bundeswehr fliegt am Freitag mit Dänen nach Grönland, Frankreich stationiert bereits Soldaten auf der Insel

Die Bundeswehr ist mit einem Erkundungsteam nach Grönland gestartet. Zunächst gibt es jedoch einen Zwischenstopp in Dänemark. Am Freitag soll es dann nach Grönland weitergehen. „Wir haben uns nach weiteren Absprachen mit Dänemark entschieden, heute zunächst nach Dänemark (Karup) zu fliegen“, teilte das Verteidigungsministerium an diesem Donnerstag mit. Man wolle das Angebot der Dänen nutzen, mit dem ‌dänischen Erkundungsteam und weiteren Partnern am Freitag gemeinsam nach Grönland zu fliegen. Dies werde mit einem zivilen dänischen Luftfahrzeug erfolgen. Am Mittwochabend hatte ​das Ministerium ⁠noch einen Flug mit einem Transportflugzeug vom Typ A400M angekündigt.

Frankreich hat mit der Stationierung eigener Soldaten auf der zu Dänemark gehörenden Insel bereits begonnen. „Ein erstes Team französischer Soldaten ist bereits vor Ort und wird in den kommenden Tagen auf dem Land-, Luft- und Seeweg verstärkt werden“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Deutschland will 13 Bundeswehrsoldaten schicken. „Ziel ist, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung“, hatte das Ministerium mitgeteilt.

Deutschland und weitere europäische Länder treiben damit nach erfolglosen Krisengesprächen zwischen den USA, Dänemark und Grönland einen mehrtägigen militärischen Erkundungseinsatz auf der Arktisinsel voran.

Verteidigungsminister Boris Pistorius ‌verwies darauf, dass Russland und China die Arktis zunehmend militärisch nutzten und „damit die Freiheit der Verkehrs-, Kommunikations- und Handelswege infrage“ stellten. Die Nato werde dies nicht zulassen. „Entscheidend ist für mich, dass wir uns bei ​der gemeinsamen Erkundung ‍in Grönland unter dänischer Führung innerhalb der Nato, ‌insbesondere mit unseren US-Partnern, sehr gut abstimmen“, teilte Pistorius mit.
Julia Bergmann
Julia Bergmann

Gouverneur Walz ruft nach erneuten Schüssen in Minneapolis zur Ruhe auf

Eine Woche nach den tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Frau hat ein Bundesbeamter in Minneapolis erneut einen Schuss abgegeben und damit einen Mann verletzt.  Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, und Minneapolis' Bürgermeister, Jacob Frey, riefen die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren.  

Auf X schrieb Walz: „Ich weiß, ihr seid wütend. Ich bin wütend.“ Donald Trump wolle Gewalt auf den Straßen, schrieb er weiter. „Aber Minnesota wird eine Insel der Anständigkeit, der Gerechtigkeit, der Gemeinschaft und des Friedens bleiben. Gebt ihm nicht, was er will.“ In einer Ansprache hatte Walz bereits zuvor die Präsenz der Bundespolizei in seinem Staat verurteilt. In ungewöhnlich deutlichen Worten beschuldigte er die Einsatzkräfte, Menschen willkürlich anzuhalten und festzunehmen. Er bezeichnete die Operationen als „eine Kampagne organisierter Brutalität gegen das Volk von Minnesota durch unsere eigene Bundesregierung“.

Auch Bürgermeister Frey appellierte an wütende Anwohner, „nicht auf die Provokation einzugehen“. „Gehen Sie nach Hause. Wir können Donald Trumps Chaos nicht mit unserem eigenen Chaos beantworten“, sagte der Bürgermeister. Er hatte wiederholt gefordert, dass ICE und andere Bundesbeamte die Stadt verlassen. Er betonte: „Das ist eine unmögliche Situation, in die unsere Stadt derzeit gebracht wird.“ Das Heimatschutzministerium erklärte, der Bürgermeister sowie der Gouverneur von Minnesota würden aktiv zu organisiertem Widerstand gegen ICE und die Bundespolizei ermutigen. 

Das Ministerium schilderte den Vorfall, bei dem geschossen wurde, als eskalierte Verkehrskontrolle am Mittwochabend (Ortszeit). Bei einer anschließenden körperlichen Auseinandersetzung mit drei Menschen schoss der Bundespolizeibeamte demnach aus Notwehr und traf einen von ihnen am Bein. Der Stadt Minneapolis zufolge befindet sich der Mann mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus. Laut Ministerium hatten Bundespolizeibeamte den „illegalen Einwanderer aus Venezuela“ zuvor in seinem Auto kontrolliert. Dieser sei dann zunächst im Wagen und nach einem Unfall weiter zu Fuß geflohen. Als einer der Beamten versucht habe, ihn festzunehmen, habe er Widerstand geleistet und den Beamten gewaltsam angegriffen.

Zu dem Gerangel der beiden auf dem Boden kamen dem Ministerium zufolge zwei Menschen hinzu und attackierten den Beamten unter anderem mit einer Schneeschaufel. Der Beamte habe um sein Leben gefürchtet und sich von den drei Menschen bedroht gefühlt, weshalb er zur Verteidigung einen Schuss abgegeben habe, hieß es. Der ursprüngliche Verdächtige sei am Bein getroffen worden. Auch der Polizist kam demnach ins Krankenhaus. Die beiden anderen Angreifer seien in Gewahrsam, hieß es. Das Heimatschutzministerium nannte keine Details zu dem Polizeibeamten. 
Julia Bergmann
Julia Bergmann

USA stoppen Vergabe von Einwanderungsvisa für 75 Staaten 

Die USA setzen die Bearbeitung ​von Einwanderungsvisa für Antragsteller aus 75 Ländern aus. Dies teilte ein Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch mit. Die Aussetzung trete am 21. Januar in Kraft. Zuerst hatte der Sender Fox News von diesem Schritt berichtet. 

In ‍einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen internen Dokument des Ministeriums hieß es, alle Richtlinien, Vorschriften und Anweisungen würden ‌genau unter die Lupe genommen, um ein Höchstmaß an Überprüfung und Sicherheitskontrolle für alle US-Visumantragsteller zu gewährleisten. Zudem bestehe bei Antragstellern aus diesen Ländern ein hohes Risiko, ​dass ⁠sie auf staatliche Leistungen in den USA angewiesen sein könnten. 

"Das ‌Außenministerium wird von seiner seit Langem bestehenden Befugnis Gebrauch machen, potenzielle Einwanderer für unzulässig zu erklären, die der öffentlichen Hand zur Last fallen und die Großzügigkeit des amerikanischen Volkes ausnutzen würden", sagte der stellvertretende Ministeriumssprecher ​Tommy Pigott.

Die Maßnahme ‍ist Teil eines verschärften Vorgehens gegen Einwanderung, seit ‌Donald Trump wieder als US-Präsident im Amt ist. Der Denkfabrik Cato Institute zufolge handelt es sich um die "migrationsfeindlichste Agenda in der amerikanischen Geschichte", die allein im nächsten Jahr rund 315 000 legale Einwanderer abweisen würde. Besuchervisa sind von der Regelung nicht betroffen. 

Die Aussetzung betrifft folgende Länder: Afghanistan, Ägypten, Albanien, Algerien, Antigua und Barbuda, Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Bahamas, Bangladesch, Barbados, Belarus, Belize, Bhutan, Bosnien, Brasilien, ‍Kambodscha, Kap Verde, Kolumbien, Kuba, Dominica, Dominikanische Republik, Elfenbeinküste, Eritrea, Fidschi, Gambia, ‌Georgien, Ghana, Grenada, Guatemala, Guinea, Haiti, Irak, Iran, Jamaika, Jemen, Jordanien, Kamerun, Kasachstan, Kirgisistan, Kosovo, Kuwait, Laos, Libanon, Liberia, Libyen, Marokko, Moldau, Mongolei, Montenegro, Myanmar, Nepal, Nicaragua, Nigeria, Nordmazedonien, Pakistan, Republik Kongo, Russland, Ruanda, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Senegal, Sierra Leone, ‍Somalia, Sri Lanka, Sudan, Südsudan, Syrien, Tansania, Thailand, Togo, Tunesien, Uganda, Uruguay ⁠und Usbekistan. 
Viktoria Spinrad
Viktoria Spinrad

US-Senat stoppt Resolution zur Beschränkung von Trumps Militärbefugnissen 

Rückendeckung für Trump: Der US-Senat hat Präsident Trump am Mittwoch freie Hand für weitere Militäraktionen in Venezuela gelassen. Mit knapper Mehrheit lehnte der Senat es ab, über die parteiübergreifende Resolution abzustimmen. Diese hätte Trump für zukünftige Militäraktionen verpflichtet, sich die Zustimmung des Kongresses zu holen. Zuvor ‌hatte Trump Druck auf Mitglieder seiner Republikanischen Partei ausgeübt, die die Vorlage ⁠unterstützt ​hatten. 

Die Abstimmung endete mit 51 zu 50 Stimmen, Vizepräsident J. D. Vance gab die entscheidende Stimme ab. Zuvor gab es im Senat die Pattsituation von 50 zu 50 Stimmen. In diesem speziellen Fall kommt dann der Vize-Präsident ins Spiel, der auch Präsident des Senats ist. Drei Republikaner stimmten mit den Demokraten.

Die Resolution war eine Reaktion auf den überraschenden Militäreinsatz zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar. Trump hatte das Vorgehen als Polizeioperation zur Vollstreckung von US-Haftbefehlen gerechtfertigt, Kritiker sehen darin jedoch einen Präzedenzfall für weitere Militäraktionen ohne Kongress-Zustimmung.

Während der Präsident als Oberbefehlshaber weitreichende Militärbefugnisse hat, liegt die Kriegserklärung beim Kongress. Der War Powers Act von 1973 sollte diese Gewaltenteilung nach dem Vietnam-Krieg stärken, wird aber von Präsidenten beider Parteien regelmäßig umgangen. Trumps Venezuela-Einsatz ohne vorherige Kongress-Konsultation setzt diese umstrittene Praxis fort. 
Viktoria Spinrad
Viktoria Spinrad

Insider: USA schließen erste Ölverkäufe aus Venezuela ab 

Die ​USA haben einem Regierungsvertreter zufolge die ersten Verkäufe von venezolanischem Öl auf Grundlage eines neuen Abkommens getätigt. Die Einnahmen aus den ‍ersten Transaktionen im Wert von rund 500 Millionen Dollar würden ‌auf Bankkonten unter der Kontrolle der US-Regierung verwahrt, sagte der Insider am Mittwoch der Nachrichtenagentur ​Reuters. 

Weitere Verkäufe würden in den kommenden Tagen ‌und Wochen erwartet. Das Hauptkonto befinde sich einer mit den Plänen vertrauten Person zufolge in Katar. Das Land ​diene als neutraler ‍Ort, an dem Gelder ‌mit US-Genehmigung und ohne das Risiko einer Beschlagnahmung transferiert werden könnten. Das Gesamtvolumen der Vereinbarung zwischen den Regierungen in Washington und Caracas beläuft sich auf zwei Milliarden Dollar.

Als Reaktion ⁠auf die ​Wiederaufnahme der Exporte unter US-Aufsicht fährt der venezolanische Staatskonzern PDVSA Insidern zufolge seine Ölproduktion wieder hoch.

Venezuela verfügt über die weltgrößten nachgewiesenen Ölreserven, doch die Förderung ist seit Jahren dramatisch eingebrochen. Von einst über drei Millionen Barrel täglich in den Neunzigern sank die Produktion auf zuletzt unter 900 000 Barrel – ein Kollaps durch Misswirtschaft, fehlende Investitionen und US-Sanktionen seit 2019. Nun mutmaßen Beobachter, dass die Kontrolle über Venezuelas Ölreserven Trump globale Marktmacht verleihen könnte.
Amelie Schmidt

Trump will „Schutzstädten" Gelder verwehren

US-Präsident Trump kündigt an, ab Februar keine Bundesmittel mehr an Städte oder Bundesstaaten zu zahlen, die sich seiner Einwanderungspolitik widersetzen. Zur Begründung erklärte der Präsident in einer Rede, diese Kommunen täten „alles Mögliche, um Kriminelle auf Kosten der amerikanischen Bürger zu schützen“. Ab dem 1. Februar sollen laut Trump die Zahlungen vom Bund an diese mehrheitlich demokratische regierten Städte und Bundesstaaten eingestellt werden. 

„Schutzstädten" ("Sanctuary Cities“) ist ein Sammelbegriff für Kommunen, die bei der Durchsetzung der bundesstaatlichen Einwanderungsgesetze nur eingeschränkt mit den Behörden kooperieren. Sie wollen dem entgegenwirken, was lokale Verantwortliche als übermäßig strenge Einwanderungspolitik betrachten. 

Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte er diese  „Schutzstädte" mehrfach attackiert. Versuche, Bundesmittel für diese Kommunen zu streichen, wurden bisher allerdings mehrfach von Bundesgerichten blockiert oder stark eingeschränkt. Das Justizministerium veröffentlichte im vergangenen Jahr eine Liste von etwa 35 Bundesstaaten, Städten und Bezirken, die es als solche Schutzorte einstuft. 
Katja Guttmann
Katja Guttmann

Trump beharrt auf Grönland: "Es wird sich etwas finden"

US-Präsident Donald Trump hat seine Forderung nach einer Übernahme Grönlands durch die USA bekräftigt ‍und Dänemark die Fähigkeit zur Verteidigung der ‌Insel abgesprochen. "Ich denke, es wird sich etwas finden", sagte Trump ​am ⁠Mittwoch vor Journalisten im ‌Weißen Haus. "Grönland ist sehr wichtig für die nationale Sicherheit, einschließlich der dänischen", ​erläuterte er. "Und ‍das Problem ist, dass es ‌überhaupt nichts gibt, was Dänemark dagegen tun kann, wenn Russland oder China Grönland besetzen wollen, aber es gibt alles, ⁠was ​wir tun können", sagte Trump. "Das haben Sie letzte Woche bei Venezuela ‍gemerkt." Die USA hatten bei ‌einem Militäreinsatz den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen. 
Annette Reuther
Annette Reuther

Röwekamp begrüßt Bundeswehr-Einsatz in Grönland

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Thomas Röwekamp, begrüßte den Einsatz von 13 Bundeswehrsoldaten in Grönland. „Unabhängig von der Debatte mit und in der US-Administration ist klar, dass die Nato die Verteidigungsfähigkeiten in der Arktis verstärken muss“, sagte der CDU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung". „Dazu kann die Bundeswehr einen wichtigen militärischen Beitrag leisten und bringt bereits Erfahrungen aus bisherigen Übungseinsätzen mit.“ Deshalb sei es richtig, dass man gemeinsam mit den Nato-Partnern und in Absprache mit Grönland und Dänemark Vorbereitungen für eine solche Verstärkung treffe. 
Annette Reuther
Annette Reuther

Deutschland sendet Soldaten als Erkunder nach Grönland

Deutschland werde am Donnerstag "ein gutes Dutzend Soldaten als Erkunder ‌nach Grönland schicken", sagte ein Regierungssprecher. Zuvor hatten Norwegen und Schweden bekannt gegeben, dass sie Militär auf die Insel schicken, die zu Dänemark gehört und auf die die USA Ansprüche erheben. 

"Auf Einladung Dänemarks wird sich Deutschland vom 15. bis 17. Januar 2026 gemeinsam mit weiteren europäischen Nationen an einer Erkundung in Grönland beteiligen", hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Berlin. Ziel sei es, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für die Seeraumüberwachung.

Die Bundeswehr werde dazu morgen früh mit einem Airbus A400M Transportflugzeug ein Erkundungsteam mit 13 Bundeswehrangehörigen nach Nuuk in Grönland entsenden. Die Erkundung vor Ort werde zusammen mit Vertretern weiterer Partnernationen stattfinden.
Grönland ist ein ⁠autonomer Teil des ​Königreichs Dänemark und damit Teil der Nato. Die Bundesregierung hatte sich klar gegen die Ansprüche der USA auf ‍Grönland ausgesprochen. 
Katja Guttmann
Katja Guttmann

Dänemark: Keine Einigung mit USA bei Grönland-Krisengespräch - Arbeitsgruppe geplant

Auch nach dem Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland gibt es keine Lösung im Konflikt um die Arktisinsel. Zwischen den Parteien bestehe weiterhin eine „fundamentale Meinungsverschiedenheit“, sagte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen nach dem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident J. D. Vance, an dem auch die für die grönländische Außenpolitik zuständige Ministerin Vivian Motzfeldt teilnahm.

US-Präsident Donald Trump hatte schon vor dem gut einstündigen Gespräch in einem Gebäude der US-Regierung nahe dem Weißen Haus klargemacht, von seinem Gebietsanspruch keinen Millimeter abzuweichen. Alles andere als ein Grönland in der Hand der Vereinigten Staaten sei „inakzeptabel“, schrieb Trump auf seinem Sprachrohr Truth Social.

Rasmussen sagte, sie seien nach „einer Reihe, wie soll ich sagen, bemerkenswerter öffentlicher Äußerungen zur Sicherheit Grönlands und der Arktis“ nach Washington gereist. „Unser Ziel war es, einen gemeinsamen Weg zu finden, diese Sicherheit zu erhöhen.“

Man habe sich darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe auf hoher Ebene zu bilden, um herauszufinden, ob man einen gemeinsamen Weg finden könne, der sowohl die amerikanischen Sicherheitsinteressen als auch die roten Linien des Königreichs Dänemark berücksichtige, sagte Rasmussen. Diese Arbeitsgruppe solle innerhalb von Wochen erstmals zusammenkommen.
Katja Guttmann
Katja Guttmann

Schweden und Norwegen senden Militär nach Grönland 

Vor ​dem Hintergrund der US-Ansprüche auf Grönland haben die Nato-Staaten Schweden und Norwegen Militärpersonal auf die Insel entsandt. Norwegen werde zwei ‍Soldaten im Zuge einer besseren Kooperation der Nato schicken, teilte ‌Verteidigungsminister Tore Sandvik am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters mit. Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson erklärte ​auf der ⁠Plattform X, noch am Mittwoch ‌würden einige schwedische Offiziere auf Grönland eintreffen.

"Gemeinsam bereiten sie die nächsten Schritte im Rahmen der dänischen Übung "Operation Arctic Endurance" vor." ​Man habe ‍damit auf eine dänische ‌Anfrage reagiert. Die Offiziere gehörten zu einer Gruppe aus mehreren verbündeten Ländern. Das deutsche Verteidigungsministerium erklärte auf die Frage nach einer deutschen Beteiligung: "Wir können das weder bestätigen noch ⁠dementieren."

Grönland ist ​ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark und damit Teil der Nato. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte sich ‍klar gegen die Ansprüche der USA ‌auf Grönland gewandt. Man wolle aber den arktischen Raum vor der russischen Bedrohung im Rahmen der Nato zusammen mit den USA sichern. 
Katja Guttmann
Katja Guttmann

Grönland: Weißes Haus postet Schlittenhunde am Scheideweg

Mit einem KI-generierten Bild von Schlittenhunden hat das Weiße Haus noch während des Spitzengesprächs zum Grönland-Konflikt die unnachgiebige Haltung von US-Präsident Donald Trump bekräftigt. „Welchen Weg?“, wird auf der Plattform X zu dem Bild gefragt, die jeweils zwei von Hunden gezogene Grönland-Schlitten zeigt - einer ist auf dem Weg Richtung Weißes Haus, einer Richtung China und Russland. Über dem Weißen Haus scheint die Sonne, über dem Kreml und der Chinesischen Mauer wütet ein Gewitter.

Trump hat mehrmals gesagt, dass Schlittenhunde zur Verteidigung der Arktis nicht ausreichten. Er erhebt Anspruch auf Grönland und begründet diesen mit Sicherheitsfragen und einer Bedrohung durch Russland und China in der Region. 
Katja Guttmann
Katja Guttmann

FBI-Durchsuchung bei Reporterin der "Washington Post"

Beamte der US-Bundespolizei FBI haben die Wohnung einer Reporterin der Washington Post durchsucht. Die Maßnahme steht nach Angaben der Zeitung selbst und der New York Times im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen Regierungsangestellten. Dieser soll Geheimdienstberichte unerlaubt mit nach Hause genommen und weitergegeben haben, hieß es den Medienberichten zufolge im Durchsuchungsbefehl.

Die Journalistin, Hannah Natanson, soll bei der Durchsuchung anwesend gewesen sein. Ermittler beschlagnahmten demnach ihr Mobiltelefon, zwei Laptops – darunter ein Arbeitsgerät – sowie eine Smartwatch. Die Ermittler hätten ihr mitgeteilt, so schreibt die Washington Post, dass sich die Untersuchung nicht gegen sie richte, sondern gegen einen Systemadministrator aus dem Bundesstaat Maryland mit einer Sicherheitsfreigabe der höchsten Stufe. Er soll klassifizierte Dokumente in seinem Keller und an anderen Orten in seinem Haus aufbewahrt haben.

Die Washington Post kritisierte, Durchsuchungen von Reporterwohnungen seien selbst im Kontext von Datenleck-Ermittlungen äußerst ungewöhnlich und aggressiv. Der Vorfall werfe Fragen zur Pressefreiheit in den USA auf, hieß es beim US-Sender CNN. Die betroffene Journalistin hatte demnach im vergangenen Jahr intensiv über die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump berichtet, Bundesbedienstete zu entlassen oder politisch neu auszurichten. Dabei hätten sich zahlreiche Regierungsangestellte mit Sorgen, Wut und Angst an sie gewandt, berichten US-Medien. 

US-Justizministerin Pamela Bondi verteidigte das Vorgehen. Auf der Plattform X erklärte sie, die Durchsuchung sei auf Antrag des Verteidigungsministeriums erfolgt. Der mutmaßliche Informant befinde sich inzwischen in Haft. 
© SZ/dpa/epd/KNA/Reuters/Bloomberg - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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