Süddeutsche Zeitung

Grafik der Woche:Flammendes Inferno

Weltweit ist Brasilien besonders betroffen, von den europäischen Ländern Portugal. Deutschland blieb zuletzt weitgehend verschont.

In Kalifornien wüten weiter die verheerendsten Brände in der Geschichte des US-Bundesstaates, 65 Menschen starben bislang, mehr als 600 werden vermisst. Auf der ganzen Welt haben im vergangenen Sommer Wälder gebrannt. In Brasilien, meist durch Brandrodungen verursacht. In Griechenland, wo ehemals ländliche Gebiete nicht mehr so intensiv genutzt werden. In Schweden, wo die Feuer bis zum Polarkreis reichten. Auch Deutschland, das zuletzt relativ glimpflich davonkam, droht zum Waldbrandland zu werden: Das Klima ändert sich, und hierzulande fehlen Logistik und Strategien gegen große Landschaftsfeuer.

Die letzte derartige Katastrophe hatte vor 43 Jahren Niedersachsen erlebt, wo 8000 Hektar Wald abbrannten. In diesem Jahr brannten mit Ausnahme von Schleswig-Holstein Wälder in allen Bundesländern, Brandenburg erwischte es am schlimmsten. Knapp 700 Hektar verbrannten, einige Ortschaften mussten evakuiert werden. Experten warnen, die Deutschen hätten sich zu lange in Sicherheit gewiegt, hätten die Ausbildung der Feuerwehren versäumt, keine speziellen Gerätschaften angeschafft und keine Katastrophenpläne entwickelt.

Die vom Menschen verursachten globalen Erwärmungseffekte erhöhen aber das Risiko für schwere Waldbrände. Kaliforniens Gouverneur, Jerry Brown, warnte, der fortschreitende Klimawandel werde die Lage verschärfen. "Dies ist nicht die neue Normalität, es ist die neue Abnormalität."

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Quelle:
SZ vom 17.11.2018
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