Großbritannien:Johnsons große Stunde

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Bei allen Fehlern, die der britische Premier Boris Johnson in der Corona-Krise gemacht hat, gestehen ihm selbst seine schärfsten Kritiker zu, dass er bei der Impfstoff-Beschaffung richtig gehandelt hat. (Foto: Getty Images)

Der Streit um Impfdosen bringt das sonst so gespaltene Königreich zu neuer Einigkeit. Doch derweil entfremdet er die Briten weiter von der EU.

Von Alexander Mühlauer, London

Sogar Keir Starmer versteht die EU nicht mehr. "Ich glaube nicht, dass sie sich in den vergangenen Wochen und Monaten in der ganzen Impfstoff-Frage selbst viel geholfen hat", sagte der Labour-Chef diese Woche in einem Radiointerview. Und fügte hinzu: "Ich glaube nicht, dass die EU den Weg des Exportverbots gehen sollte." Was der Vorsitzende der größten Oppositionspartei im britischen Unterhaus zum Impfstoff-Streit mit Brüssel sagte, war aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens: Das hätte genauso gut Premier Boris Johnson sagen können. Und zweitens: Hier drückte ein überzeugter Europäer sein Unverständnis über die EU aus; einer, der gegen den Brexit kämpfte, und der nun feststellt, die britische Regierung sei gegenüber Brüssel im Recht, wenn sie auf die Einhaltung ihrer Lieferverträge mit den Impfstoff-Herstellern poche.

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