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Gouverneur Scott Walker:Obama hält sich raus

Konservative Großspender aus ganz Amerika steckten Schecks im Wert von bis zu 500.000 Dollar in Walkers Wahlkampfkasse, das gesamte Establishment der Grand Old Party inklusive Präsidentschaftskandidat Mitt Romney solidarisierte sich mit dem neuen Helden der Partei. Mehr als 30 Millionen Dollar hat der Gouverneur in der Kriegskasse, zudem stehen ihm konservative Aktionskomitees mit teuren TV-Spots bei. Wisconsin, das zwar mehrfach republikanische Gouverneure hatte, aber seit 1984 stets für einen Demokraten als Präsidenten stimmte, gilt Amerikas Rechten neuerdings als "fruchtbarer Boden": Von hier stammt nicht nur Paul Ryan, im Kongress zu Washington ihr wirtschaftspolitischer Chefideologe, sondern auch Reince Priebus, der Parteimanager.

Ein historisch bewanderter Demoskop in Washington verglich den aktuellen Kampf um Wisconsin mit dem Spanischen Bürgerkrieg unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg: "Beide Lager testen dort ihre Waffen und Bataillone." Falls Scott Walker das Votum an diesem Dienstag überlebt, werde der Bundesstaat, den Barack Obama 2008 noch mit 14 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen hatte, in das Fadenkreuz der Romney-Kampagne für die Präsidentschaftswahl im November rücken.

Anders als die führenden Republikaner hat sich Barack Obama nicht eingemischt in die Schlacht im Mittleren Westen. Offenbar fürchtete der Präsident lange, bei einer Niederlage einen Imageschaden zu erleiden. Wenig spektakulär, aber überaus aktiv nutzen jedoch auch die Demokraten die Volksabstimmung dafür, eine Wahlkampforganisation aufzubauen - und für die Entscheidung im November einem Härtetest zu unterwerfen. Freunde wie Feinde von Scott Walker sind wild entschlossen, der Rest ist Logistik: Gewinnen wird jenes Lager, das es bis Dienstagabend schafft, die meisten Anhänger an die Wahlurnen zu bringen.

© SZ vom 05.06.2012/ina/gba
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