"Gorch Fock" Neue Ermittlungen im Fall Jenny Böken

Ein Foto der auf der "Gorch Fock" ums Leben gekommenen Soldatin Jenny Böken auf ihrem Grab.

(Foto: dpa)

Mehr als zehn Jahre nach dem rätselhaften Tod der "Gorch Fock"-Kadettin hat die Staatsanwaltschaft Kiel das Todesermittlungsverfahren wieder eröffnet.

Mehr als zehn Jahre nach dem rätselhaften Tod der Gorch-Fock-Kadettin Jenny Böken hat die Staatsanwaltschaft Kiel das Todesermittlungsverfahren wieder eröffnet. Nach den Aussagen einer Zeugin müssten einige Punkte überprüft werden, teilte die Behörde am Dienstag mit. Über eine anstehende Wiederaufnahme des Todesermittlungsverfahrens hatte vor wenigen Tagen bereits Der Spiegel berichtet.

Die damals 18-jährige Offiziersanwärterin im Sanitätsdienst der Bundeswehr war in der Nacht zum 4. September 2008 während einer nächtlichen Wache unter ungeklärten Umständen von dem Segelschulschiff in die Nordsee gestürzt und ertrunken. Die Todesumstände sind ungeklärt. Der Leichnam wurde erst nach elf Tagen aus dem Meer geborgen. Die Ermittler hielten ein Unglück bisher für am wahrscheinlichsten.

Die Eltern sahen dagegen sogar Hinweise für einen Mord. Sie stützten sich auf eine eidesstattliche Aussage einer früheren Bundeswehrangehörigen, die im April dieses Jahres von der Kieler Staatsanwaltschaft als Zeugin vernommen wurde. Oberstaatsanwalt Axel Bieler hatte damals gesagt, die Aussage werde überprüft und dann werde entschieden, ob das Todesermittlungsverfahren wieder eröffnet wird. Die Zeugin und Jenny Böken seien Kameraden bei der Bundeswehr gewesen, sagte Bieler Ende April nach der staatsanwaltschaftlichen Vernehmung.

Nach dem Tod einer weiteren Kadettin am 7. November 2010 wurde die Offiziersausbildung ausgesetzt und das Schiff im Jahr 2011 in den Heimathafen zurückbeordert. Derzeit liegt die Gorch Fock zu Instandsetzungsarbeiten auf einer Werft im niedersächsischen Elsfleth. Im März gab es Streit um Unregelmäßigkeiten bei den Sanierungskosten.

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