GoogleDer  erste Biss

Die digitale Revolution darf nicht zur digitalen Inquisition werden.

Von heribert prantl

Für Google ist die Summe ein Klacks. 50 Millionen Euro Bußgeld soll der Weltkonzern bezahlen - wegen Verletzung der Europäischen Datenschutzgrundverordnung. Aber Google wehrt sich, hat Widerspruch eingelegt. Google weiß: Das ist erst der erste Biss. Weitere, schmerzhaftere können folgen. Das Bußgeld kann, je nach Schwere und Ausmaß des Verstoßes, bei bis zu viereinhalb Milliarden Euro liegen - vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes nämlich. So steht es in der Grundverordnung.

Diese Grundverordnung ist sehr viel besser als ihr Ruf. In Deutschland gilt sie als bürokratisches Monster, das Kindergärten, Schützenvereine und Pfarrgemeinden in den Wahnsinn treibt. Die Regeln dieser Verordnung sind aber nicht dafür da, die Zivilgesellschaft zu zwiebeln. Sie sind dafür da, die Selbstherrlichkeit der Daten-Großwirtschaft zu beenden und die subtile Durchleuchtung und Kontrolle der Kunden durch die marktmächtigen Internetkonzerne zu erschweren. Die Behörden werfen Google vor, sich von den Kunden die Zustimmung zu personalisierter Werbung durch Intransparenz zu erschleichen. Der Vorwurf ist richtig.

Die Grundverordnung setzt um, was der EU-Gerichtshof im Google- und im Facebook-Urteil angeordnet hat: Die digitale Revolution darf nicht zur digitalen Inquisition werden.

© SZ vom 25.01.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: