GommernLandkreis holt 32.000 Tonnen Müllbeton aus der Erde

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Der Landkreis Jerichower Land hat seine Sanierungsmaßnahmen nahe der Tongrube Vehlitz abgeschlossen. In den vergangenen drei Jahren wurden rund 32.000 Tonnen...

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Vehlitz (dpa/sa) - Der Landkreis Jerichower Land hat seine Sanierungsmaßnahmen nahe der Tongrube Vehlitz abgeschlossen. In den vergangenen drei Jahren wurden rund 32.000 Tonnen Müllbeton aus der Erde geholt und ordnungsgemäß entsorgt. „Ich bin froh, dass wir dieses Kapitel abschließen können - es war ein dunkles für den Landkreis“, sagte Landrat Steffen Burchhardt (SPD) am Freitag. „Von diesem Areal gehen nun keine Gefahren mehr für die Umwelt aus.“

Im Frühjahr 2008 war herausgekommen, dass im Jerichower Land jahrelang Hunderttausende Tonnen Haushaltsmüll illegal in den Tongruben Möckern und Vehlitz verfüllt worden waren. Die ehemalige Betreiberfirma ging insolvent.

Während das Land größtenteils die Sanierungskosten für die Gruben trägt, musste sich der Landkreis um die Gefahrenabwehr über der Erde kümmern. Dazu wurden insgesamt 5,9 Millionen Euro für ein Gelände investiert, das als Mülllagerplatz diente. Die Betreiber hatten den Boden mit einem Beton-Müll-Gemisch befestigt - mit dem gleichen Haushaltsmüll, der auch in den Gruben eingebracht worden war. Nach Abschluss der Entsorgung wurden Oberboden sowie eine Rasenansaat aufgetragen.

„Es ist schade um das Geld, das wir hier investieren mussten. Dafür hätte ich lieber eine Schule gebaut“, sagte Burchhardt. Der SPD-Politiker rügte die ehemaligen Betreiber für ihre „kriminelle Energie“, das mache ihn immer noch „wütend“. Doch nun gehe der Blick nach vorne. Es habe dem Landkreis „nicht geholfen“, immer wieder mit dem Müllskandal in Verbindung gebracht worden zu sein, sagte der SPD-Politiker.

Abgeschlossen sind die Sanierungsarbeiten damit zwar für den Landkreis, in der Tongrube Vehlitz aber geht es weiter. Dort hatten sich Deponiegase und Sickerwasser gebildet. Die laufenden Arbeiten zur Oberflächenabdichtung sollen im Jahr 2023 abgeschlossen werden. Um die Gefahr von giftigen Stoffen und Gasen in Vehlitz und Möckern zu bannen, hat das Land Sachsen-Anhalt bisher rund 29 Millionen Euro ausgegeben.

Der Müllskandal ist in mehreren Gerichtsprozessen aufgearbeitet worden. Im Fall der Tongrube Möckern wurden im April 2020 sechs Angeklagte zu Freiheitsstrafen zwischen drei Jahren ohne Bewährung und elf Monaten mit Bewährung verurteilt. Sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft legten Revision ein. Das Parallelverfahren zur Tongrube Vehlitz ging ebenfalls mit einem Urteil gegen die Betreiber zu Ende. Auch in diesem Prozess verhängte das Landgericht Stendal Haftstrafen. Das Urteil soll ebenfalls vom Bundesgerichtshof geprüft werden.

In einem weiteren Prozess wurde der ehemalige Landrat des Jerichower Landes, Lothar Finzelberg, wegen Bestechlichkeit zu fast drei Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht Magdeburg sah es als erwiesen an, dass Finzelberg von den Unternehmern Gefälligkeiten annahm und dafür im Gegenzug die illegalen Müllablagerungen ermöglichte und deckte.

© dpa-infocom, dpa:220128-99-888532/3

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