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Golanhöhen:Entführte UN-Blauhelme sind frei

Zwei Wochen wurden sie im Süden Syriens festgehalten - nun sind die 45 Blauhelm-Soldaten wieder frei. Das bestätigen die Vereinten Nationen. Die radikalislamische Al-Nusra-Front hatte die Freilassung angekündigt - per Video.

  • Die seit etwa zwei Wochen im Süden Syriens festgehaltenen UN-Blauhelme sind frei. Die radikalislamische Al-Nusra-Front hatte die 45 Soldaten aus Fidschi verschleppt und gefangen gehalten.
  • Die Geiselnehmer hatten die Freilassung per Video angekündigt.
  • Erste Aussagen über eine Freilassung waren zunächst dementiert worden.

UN-Blauhelm-Soldaten sind frei

Seit Jahrzehnten überwachen Blauhelmsoldaten in der UN-Mission UNDOF die Grenze zwischen Syrien und Israel; seit ungefähr zwei Wochen hielten Kämpfer der radikalislamischen Al-Nusra-Front 45 von ihnen auf dem syrischen Teil der Golanhöhen fest. Nun sind die Männer freigekommen.

Das bestätigten die Vereinten Nationen bekannt. Zuvor hatte der in Katar ansässige arabische Nachrichtenkanal Al Jazeera darüber berichtet.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien teilte mit, sie habe ebenfalls Informationen über die Freilassung der Blauhelmsoldaten. "Wir warten noch auf die Bestätigung, dass sie ein sicheres Gebiet erreicht haben", erklärte der Leiter der Menschenrechtler, Rami Abdel Rahman. Ein syrischer Aktivist sagte der Nachrichtenagentur dpa, ein arabischer Golfstaat habe die Freilassung vermittelt.

Die Al-Nusra-Front hatte die UN-Beobachter Ende August in ihre Gewalt gebracht. Die Soldaten stammen von den Fidschi-Inseln.

Video der Al-Nusra-Front kündigte Freilassung an

Die Geiselnehmer hatten in einem Video mitgeteilt, nach Beratungen mit religiösen Führern würden sie die "Gefangenen" freilassen. Einer der Blauhelmsoldaten kam in dem Video zu Wort und bestätigte die angekündigte Freilassung: Es sei ein "sehr glücklicher Tag". Sie seien "informiert worden, dass wir bald freigelassen werden". Alle UN-Soldaten seien "gesund und am Leben". Ihnen sei "keinerlei Leid zugefügt" worden.

Die Regierung Fidschis hatte in der Nacht zum Mittwoch zunächst die baldige Freilassung der Soldaten bekannt gegeben, die Erklärung aber kurz darauf zurückgezogen.

Hintergrund: Die Al-Nusra-Front

Die Gruppe ist mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbunden. Zunächst hatten die Entführer mehrere Bedingungen für die Freilassung der Geiseln gestellt, darunter die Streichung der Al-Nusra-Front von der UN-Terrorliste.

Die Golanhöhen haben strategische Berdeutung

Das rund 1800 Quadratkilometer große Golan-Plateau ist dünn besiedelt und hat vor allem strategische Bedeutung. Die westlichen zwei Drittel des Gebiets wurden von Israel im Sechstagekrieg des Jahres 1967 besetzt, die internationale Gemeinschaft erkennt die Annexion nicht an. Offiziell gehört der gesamte Höhenzug damit weiter zu Syrien. Die UNDOF überwacht das umstrittene Gebiet seit dem Jahr 1974. Derzeit sind dort etwa 1200 Blauhelmsoldaten von den Fidschi-Inseln, den Philippinen, aus Indien, Nepal, Irland und den Niederlanden stationiert.

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