GlosseDas Streiflicht

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In New York sollen Kinder keine Kinderporträts betrachten dürfen. Ist das verrückt oder, im Gegenteil, vernünftig?

(SZ) Paula Modersohn-Becker hat zahlreiche Bildnisse von Kindern geschaffen, auch von Müttern mit Kindern. Diese Information erweist sich gerade jetzt als sehr aufschlussreich, weil bei der Ausstellung „Paula Modersohn-Becker: I Am Me“ in der „Neuen Galerie“ in New York Kindern unter zwölf Jahren der Eintritt verwehrt wird, wenn nicht gerade „Family Day“ ist. Der FAZ ist aufgefallen, was für ein Widerspruch darin besteht, Kinder ausgerechnet in eine Kunstschau nicht einzulassen, bei der es um „die Neuformulierung des Kinderbildnisses“ geht, die der großen expressionistischen Malerin ein wichtiges Anliegen gewesen sei. Einer Künstlerin zumal, die tragischerweise nach der Geburt ihres ersten Kindes an einer Embolie im Alter von 31 Jahren gestorben ist. Ja, da verdichtet sich eine Vielzahl von biografischen und kunsthistorischen Bezügen zu der profanen Frage, was Neunjährigen wohl durch den Kopf geht, wenn sie gerade ein radikal neu gedachtes Kinderporträt betrachten. Begleitet von der Aufforderung, bitte nicht ständig nach dem versprochenen Eis zu fragen.

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