(SZ) Unter den biblischen Gestalten haben es wenige zu solcher Beliebtheit gebracht wie Noah. Es gibt über ihn zwei Lieder, beide ziemlich lustig, aber in ihrer Botschaft völlig unterschiedlich. Das eine ist die vormals bei studentischen Gelagen oft gesungene „Historie von Noah“, Text August Kopisch. Sie läuft darauf hinaus, dass Noah zum Herrn sagt, ihm behage nach der Sintflut das Wasser überhaupt nicht mehr, woraufhin dieser ihm einen Weinstock zum Geschenk macht. Die Historie endet so: „Er trank, nachdem die Sintflut war, / dreihundert noch und fünfzig Jahr“ – Noah wurde nämlich, wie man weiß, neunhundertfünfzig Jahre alt. Das andere Lied, gesungen von Bruce Low, trägt den Titel „Noah found grace in the eyes of the Lord“ und schließt nach allerlei heiterem Geplänkel zwischen Noah und Gott mit einer eindeutig theologisch-pastoralen, bei dem Missionarssohn Low letztlich aber auch nicht verwunderlichen Belehrung: „Seid fruchtbar und mehret euch und reizt mich nicht!“ Und genau an dieser Stelle kommt die Schriftstellerin Tanja Kinkel ins Spiel.
GlosseDas Streiflicht
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Eine Autorin findet, wir alle seien Noah und sollten die Welt retten. Doch woher eine Arche für 8,2 Milliarden Erdbewohner nehmen?