GlosseDas Streiflicht

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Kamala Harris und ihr Team stufen Trump und Vance als „seltsam“ ein. Selten wurde einem kleinen, netten Wort mehr Unrecht angetan.

(SZ) Kamala Harris und ihr Team haben sich offensichtlich darauf verständigt, wie Donald Trump und dessen „running mate“ J. D. Vance für die nächste Zeit zu charakterisieren sind. Sie seien, sagte kürzlich die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, „just plain weird“, das sei die richtige Schublade für die beiden und ihre Äußerungen. Man müsste ein echter Freund der zwei Republikaner sein, wollte man weird mit schräg übersetzen und sie damit als ein leicht verschrobenes und gerade deshalb liebenswertes Paar hinstellen, als eine Art Walter Matthau und Jack Lemmon des US-Wahlkampfs. Das Adjektiv weird lässt sich außer mit schräg auch mit eigenartig, unheimlich oder gruselig wiedergeben, doch wird man auch nicht fehlgehen, wenn man auf das schöne Wort deppert zurückgreift, das seit Ende September 2017 dem höheren politischen Beschimpfungsvokabular angehört. Damals ließ Gerhard Schröder sich zum Aufsichtsratsvorsitzenden des russischen Ölkonzerns Rosneft wählen, was Martin Schulz mit dem fast schon geflügelten Wort „Völlig deppert, der Kerl“ kommentierte.

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