(SZ) Das Leben ist ja, nüchtern betrachtet, nichts weiter als das Ergebnis einer schier endlosen Zahl von Entscheidungen, die zu treffen sind. Die allermeisten trifft man natürlich unbewusst oder gewohnheitsmäßig, zum Beispiel, ob man morgens mit dem linken oder dem rechten Bein zuerst aus dem Bett steigt. Mit anderen Entscheidungen dagegen plagt man sich, je nach persönlicher Grübelneigung, womöglich jahrelang. Kinder oder keine Kinder? Nach Kanada auswandern oder das Reihenhaus in Uelzen kaufen? Veganer werden oder dem Instagram-Ernährungsplan von Markus Söder folgen? Es ist eine Qual. Die hinterhältige Natur der Entscheidung ist es dabei, sich immer erst im Nachhinein als richtig oder falsch zu erweisen, was dem Entscheidungszwang eine ewige Spitzenplatzierung auf der Liste der allgemeinen Lebenszumutungen sichert.
GlosseDas Streiflicht
Lesezeit: 2 Min.
Es ist schon schwer genug, sich zu etwas Neuem durchzuringen. Aber jetzt soll es sogar einen ganzen Herbst der Entscheidungen geben.