GlosseDas Streiflicht

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Menschen, die sich um späte Reifegrade mogeln, kaufen sehr oft seltsames Zeug zusammen. Viele Auktionen leben von solchen Kindsköpfen.

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(SZ) Zu den zahlreichen Plagen unserer Zeit gehört auch ein Trend zur Verkindlichung. Es gilt zwar als allgemein begrüßenswert, wenn ältere Menschen young at heart, also im Herzen jung geblieben sind, statt ballspielende Kleinkinder im Hof mit Verwünschungen zu bedenken oder Autofahrer anzufallen mit Belehrungen, sie parkten ihren Wagen nicht nahe genug am Gehsteig. Allerdings gibt es auch den Gegentrend, dass Erwachsene den Kindskopf in sich über das wünschenswerte und für das soziale Umfeld kompatible Maß hinaus hegen und pflegen, bis er ein kuckuckartiges Wachstum entwickelt. Der 60-plus-Kindskopf kennt kein anderes Thema als die echten oder vermeintlichen Fehlleistungen des HSV-Trainers und legt sich das Traumauto seiner Jugend zu, ein stark betagtes Alpha-Spider- Cabrio, das in der Folge die Spardepots für das Alter stark belasten wird durch herausbrechende Türen, jähen Ölverlust und eine Neigung zum Kolbenfresser. Ganz gefährlich für die Familienfinanzen ist die Neigung des Kindskopfs, viel seltener der Kindsköpfin ... ist das ein grammatikalisch korrektes Wort? Aber egal, in einer Gesellschaft, die Begriffe wie „Gästin“ einfordert oder statt Empfängerinnen und Empfänger „Empfangende“, als handele es sich um die Jungfrau Maria, wird man auch von Kindsköpfinnen sprechen dürfen.

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