(SZ) Zu den immer noch unverständlichen, weil in ihrer bräsigen Zähigkeit respektive zähen Bräsigkeit durch kein vernünftiges Argument zu beeindruckenden Kulturphänomenen zählt der Kabarettist. Wer das Glück hat, derart jung zu sein, dass ihm dieser Begriff nichts mehr sagen will, sollte sich rasch von diesen Ausführungen abwenden, einen schönen Taylor-Swift-Clip anhören oder die Mallorca-Monologe von Thomas Bernhard auf Youtube betrachten und nie mehr über die Kabarettisten und ihr Schreckensprojekt, das Kabarett, nachdenken müssen. Selbstverständlich wird der Kabarettist von manchen Menschen geschätzt. Das liegt aber nur daran, dass der Mensch ein irrendes und seinen eigenen Geschmack oft unterlaufendes Wesen ist – genau diese Schwäche, diese Gutmütigkeit vieler Menschen machen sich die Kabarettisten zunutze. Es gelingt ihnen immer wieder, einen, wenn auch nicht sehr großen, Teil der Welt glauben zu machen, ihr Tun stehe in einem verwandtschaftlichen Verhältnis zu Vernunft, Klugheit, Esprit oder sogar – manche von ihnen denken das ernsthaft – zur Kunst.
GlosseDas Streiflicht
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Die Welt ist eigentlich schon sehr unlustig. Weshalb, um alles in der Welt, gibt es trotzdem noch Kabarettisten?