(SZ) Es wird weniger gelesen, dafür mehr gehört. Was nicht zwangsläufig heißt, dass deshalb anderen besser zugehört wird. Im Gegenteil. Wäre dem so, gäbe es nicht so viele Initiativen, die sich darum bemühen, Menschen, denen keiner zuhören mag, etwas Aufmerksamkeit zu verschaffen. Jedenfalls hat es das Buch zunehmend schwer, sich gegen Podcasts zu behaupten, wohl auch weil man beim Lesen nichts nebenbei machen kann. Beim Hören dagegen kann man Autofahren, Zürcher Geschnetzeltes zubereiten oder den wieder mal verschwundenen Briefkastenschlüssel suchen. Hören ist in allen Lebenslagen die perfekte Multitasking-Komponente. Sehen eigentlich auch, aber eben nur das Umsehen, Wegsehen und Sich-was-Ansehen, aber keineswegs das Buchstaben-Sehen. In dieser Atmosphäre nachlassender Fesselungskünste durch das geschriebene Wort kommt Rettung aus einer überraschenden Ecke, von der bereits der entscheidende Satz stammt: Im Anfang war das Wort.
GlosseDas Streiflicht
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Einem katholischen Pfarrer genügen genau vier Sätze, um an Gott zu glauben. Der gesellschaftliche Dialog bekommt dadurch neuen Schwung.