GlosseDas Streiflicht

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Das Zeitalter der sauren Froschfressen und das Jahrzehnt der Podcasts: Alle reden, keiner hört zu.

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(SZ) Es steht fest, dass das dritte Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts als „die Laberdekade“ in die Geschichte eingehen wird. Noch nie haben so viele Menschen ihre Gedanken, Gefühle, Erkenntnisse und/oder Verdrehtheiten akustisch festgehalten und diese Geräuschereignisse dann als Podcasts verbreitet. Podcasts sind im Prinzip das, was früher „Wortradio“ war, nur ist heute das Radio ein Telefon. Im Wortradio wurde meistens sorgfältig mit Ereignissen und Behauptungen umgegangen. Im Podcast dagegen kann man sagen, man habe „von Quellen“ gehört (ersatzweise „im Netz gelesen“), dass Mathias Döpfner, dem gewiss viel Schlechtes zuzutrauen ist, eine AfD/CDU-Regierung wolle. Muss man doch noch sagen dürfen, oder? Das irgendwie lockere Sprechen mit irgendwie lockeren Gesprächspartnern verleitet dazu, irgendwie locker mit der Wahrheit umzugehen. Aber was ist schon Wahrheit? Gewiss gibt es unter den Podcasts auch viel Hörenswertes, wozu natürlich alle Podcasts zählen, welche die Süddeutsche Zeitung herstellt. (Würde hier etwas anderes stehen, bestünde die Gefahr, dass die Chefredaktion das „Streiflicht“ als KI-generierte Infografik auf den Bildschirm 78 des Telefons verbannt.)

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