(SZ) Zu allen Übeln, welche die Stimmung in Deutschland auf das Niveau sinken lassen, wie es im fünften Kreis von Dantes Inferno herrscht – die Laune der dort gequälten Zornigen und Wüteriche ist UN-Berichten zufolge wirklich miserabel – , zu diesen Übeln gesellt sich jetzt die Plage der ins Unbezahlbare gestiegenen Benzinpreise. Mehr als zwei Euro muss der deutsche Autofahrer für eine Mass Diesel hinlegen, da reißt jedes Vollgas-Überholmanöver ein tiefes Loch in die Haushaltskasse. Auch die Freunde von Super E10, dem mit zehn Prozent Bioethanol angereicherten Kraftstoff für Veganer, kostet der Besuch einer Tankstelle fast so viel wie die Teilnahme am Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee. In Deutschland, so meldet die Bild-Zeitung, das Sympathiejournal für explosive Kraftstoffe, grassiert die „Tank-Wut“, eine der gefährlichsten Wutarten, die der deutsche Wutbürger im Repertoire hat. Vor allem diejenigen, die ohnehin wenig haben, leiden am heftigsten unter den hohen Spritkosten. Es tut sich aber auch eine zweite Gerechtigkeitslücke auf: Die Elektroautofahrer sind fein raus, sie düsen lässig davon, während der Benzinkonsument noch seine letzten Cents an der Tankstellenkasse hervorkramt. Wirtschaftsministerin Reiche, die sich ja so vorbildlich für die Beschleunigung der Erderhitzung einsetzt, täte gut daran, E-Autobesitzern einen Solidaritätszuschlag zugunsten der gebeutelten deutschen Verbrennerfahrer abzuverlangen.
GlosseDas Streiflicht
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Erst wird der Sprit teuer, jetzt werden auch noch die Eier knapp. Ist das Leben in Deutschland überhaupt noch zu ertragen?