GlosseDas Streiflicht

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In San Francisco fuhren Robotertaxis bislang rücksichtsvoll durch die Straßen. Jetzt sollen sie endlich dem normalen menschlichen Verhalten angepasst werden.

(SZ) Im Grunde ist es unerklärlich, wie es die Menschheit ohne künstliche Intelligenz von der Steinzeit bis zur Jetztzeit geschafft hat. Aber nun ist sie ja da und macht aus der besten aller möglichen Welten eine noch bessere, ein irdisches Elysium, das selbst Philosophenherrscher wie Mark Aurel und Donald Trump nicht hingekriegt hätten. Wie trostlos war dagegen das Analog-Zeitalter, und wer damals zur Schule ging, blickt mit Neid auf die heutigen Schülerinnen und Schüler, deren Hausaufgaben die KI erledigt, während sie Süßholz mit ihrem Handy raspeln. Der Chatbot versteht alles, besser noch als der Familienhund, er ist der beste Freund, die beste Freundin und eigentlich wie ein Mensch, nur weitaus einfühlsamer. Für das einfach gestrickte menschliche Gehirn, das schon vor der Gebrauchsanleitung eines elektrischen Pfefferstreuers kapitulieren muss, ist es unbegreiflich, wo der Roboter von heute letztlich hinwill. Mal geriert er sich als ein die intellektuelle Schlichtheit des Homo sapiens weit hinter sich lassendes, quantenalgorithmisch gesteuertes Superhirn, dann ist er wieder der verständnisvolle menschliche Kumpel, der darüber hinweghilft, dass Charlotte, die dumme Nuss, das Weite gesucht hat.

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