Glosse:Das Streiflicht

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Ricarda Lang hat in der Deutschen Bahn Kaffee aus dem Einwegbecher getrunken. Auch wenn einige wieder schimpfen: Die Grünen-Chefin darf das, weil sie eine Drachenkönigin ist.

(SZ) Noch immer blickt die Fangemeinde voller Sehnsucht zurück auf die Fantasy-Serie "Game of Thrones". Bekanntlich wird diese gerühmt für ihre psychologisch aufs Ausgefeilteste entworfenen Charaktere und die kluge Handlung. Zur Erinnerung: In Folge vier, Staffel acht, hat in diesem Sinne soeben das Heer des Nordens all die Zombies plattgemacht, die der Nachtkönig auf die Menschen losgelassen hatte, wobei er beinahe gewonnen hätte, hätte ihm nicht die kleine Schwester des Nordherrschers eine Art Zauberdolch in die eisigen Eingeweide gerammt, woraufhin er sich umgehend dematerialisierte. Nun feiert Jon Schnee, besagter Gebieter des Nordens, ausgelassen zusammen mit seiner blonden Drachenkönigin Daenerys. So weit, so wunderbar. Doch ausgerechnet in diesem Moment des Triumphs entdeckten wachsame Zuschauer einen Starbucks-Kaffeebecher, direkt auf dem Tisch vor der Drachenregentin. Sogleich setzte auf Social Media ein Raten ein: Handelte es sich um einen zeitreisenden Zaubertrank? War es für Daenerys Targaryen, die doch auf feuerspuckenden Monsterechsen zu fliegen pflegte, nicht vergleichsweise ein Leichtes, ein To-go-Trinkgefäß zu erfinden? Näherliegend dürfte die Deutung sein, dass die Darstellerin einen ziemlich kräftigen Schuss Koffein benötigte, um fokussiert auf die Wirren des Plots zu bleiben.

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