GlosseDas Streiflicht

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In Funk und Fernsehen sagen sie zunehmend "Hußi" statt "Huthi". Die nächste Herausforderung: "Kiew" heißt künftig "Kyjiw", und wie sich das ausspricht, muss sich erst zeigen.

(SZ) Was da wohl kommen wird, dachten sich die Hörer von Bayern 4 Klassik, nachdem sie erfahren hatten, dass nun Henry Purcells Schauspielmusik zu "Taimen of Éssenz" erklinge. Das ist lange her, aber der Ehrgeiz der öffentlich-rechtlichen Ansageperson, sich um die deutsche Fassung von Shakespeares "Timon of Athens" - sie lautet, nicht wirklich überraschend, "Timon von Athen" - herumzudrücken, kam nicht von ungefähr. Allenthalben wurden Parallelen hörbar. Zum Beispiel etablierte sich damals der Brauch, den Vornamen des tschechischen Komponisten Bedřich Smetana korrekt, um nicht zu sagen: authentisch, auszusprechen, was in nicht wenigen Sendeanstalten zu der zischelnden Hybridform "Beddrschich" führte. Der Einsatz fürs Korrekte war ehrenwert, aber die überkommene Variante "Friedrich" hatte ja auch ihren Sinn: Immerhin war Smetana auf "Frydrych" getauft worden.

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