(SZ) Was der Durchschnittskatholik vielleicht ahnt, weiß der Vatikankenner sicher: dass Johannes, Gregor, Benedikt, Clemens und Innozenz unter den Papstnamen uneinholbar führen, wohingegen die Namen Eutychianus, Hormisdas und Zosimus nur jeweils einmal gewählt wurden. Erstaunlicherweise taucht in den Listen kein einziger Papst Michael auf, sodass wir in diesem Punkt gezwungen sind, auf Größen wie den Feinkostpapst Michael Käfer, den Atompapst Michael Kohn, den Wasserstoffpapst Michael Sterner oder den Fundraising-Papst Michael Urselmann zurückzugreifen. Dabei gibt beziehungsweise gab es sehr wohl einen Papst Michael, nämlich den kürzlich gestorbenen Michael I., der mit bürgerlichem Namen David Allen Bawden hieß und von Kansas aus 32 Jahre lang eine sehr überschaubare Gemeinde leitete. Sein Papsttum stützte sich einerseits auf die Behauptung, dass die Päpste in Rom samt und sonders illegal seien, andererseits auf die Tatsache, dass er von einem Konklave gewählt worden war, mochte dies auch lediglich aus sechs Personen, darunter seine Eltern, bestanden haben.
GlosseDas Streiflicht
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Der "Möchtegern-Papst" Michael I. ist gestorben. An Päpsten hat es trotzdem keinen Mangel in der Welt.