GlosseDas Streiflicht

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(SZ) Wenn in den Zeiten, als es nur Festnetz-Apparate mit Wählscheibe gab, das Telefon klingelte, war das wie die Weihnachtsbescherung. Es gab Überraschungsgeschenke: Jeder konnte dran sein. Die Lotto-Gewinnstelle, die erste Liebe, Peter Alexander, der sich verwählt hatte, oder der Freund, dem man 10000 Mark schuldete und dem man unter einem fadenscheinigen Vorwand die Freundschaft aufgekündigt hatte. Das Klingeln war der Jingle für die tägliche Lebenslotterie, und Erreichbarkeit galt als High-Risk-Spiel, denn in diesen Zeiten gab es in der Regel nur einen Apparat pro Haushalt, in dem sich mitunter komplette Familien aufhielten, vorzugsweise Eltern. Diesen gelang es eher selten, vor dem heranstürzenden Teenager den Apparat zu erreichen, um dann nur noch ein Auflegeklickgeräusch zu vernehmen. Zumeist bekam der Heranwachsende als Erster den Hörer zu fassen und zischte: Kannst du anrufen, wenn die Alten mit dem Hund Gassi gehen?

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