bedeckt München 16°
vgwortpixel

Gipfeltreffen von Trump und Kim:Südkorea hofft auf formelles Ende des Koreakriegs

  • Vor dem Gipfeltreffen von US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim äußert Südkorea die Hoffnung, dass der Koreakrieg nach Jahrzehnten endlich auch formell beendet werden könnte.
  • Trump dämpft vorab schon mal die Erwartungen an das Treffen in Hanoi.
  • Die US-Demokraten fordern hingegen greifbare Ergebnisse.

Die USA und Nordkorea könnten sich nach Einschätzung des südkoreanischen Präsidialamtes noch in dieser Woche auf den Beginn formeller Verhandlungen über Ende des Koreakrieges einigen. "Ich denke, das ist möglich", sagte ein Sprecher von Präsident Moon Jae-in nach Berichten südkoreanischer Sender in Seoul.

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un wollen sich an diesem Mittwoch und Donnerstag in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi zu ihrem zweiten Gipfel treffen. Ein Schwerpunkt ist dabei die atomare Abrüstung Nordkoreas. Es sei unklar, wie eine solche Friedenserklärung genau aussehe, sagte der südkoreanische Sprecher. "Es gibt viele Methoden, und unsere Regierung würde jede Art von Erklärung über das Kriegsende begrüßen." Wichtiger sei es, dass durch solch eine Einigung die Bemühungen um die atomare Abrüstung Nordkoreas beschleunigt werde.

Über eine Ausrufung des Kriegsendes durch US-Präsident Trump und den nordkoreanischen Machthaber Kim wird schon seit Längerem spekuliert. Die koreanische Halbinsel befindet sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem Ende des Bruderkrieges von 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Südkorea wurde im Krieg von UN-Verbänden unterstützt, die von den USA angeführt wurden, Nordkorea von chinesischen "Freiwilligentruppen".

Politik Nordkorea Ein Diktator auf Reisen
Kim Jong-un

Ein Diktator auf Reisen

Nordkoreas Machthaber besucht Vietnam. Dabei will Kim Jong-un herausfinden, was das asiatische Land so erfolgreich machte - und seine Position stärken.   Von Christoph Neidhart

Bei seinem ersten Gipfel mit Trump im vergangenen Juni in Singapur hatte sich Kim zwar zu einer "kompletten Denuklearisierung" bereit erklärt. Es fehlten aber konkrete Zusagen, bis wann Nordkorea sein Atomwaffenarsenal abbaut. UN-Experten hatten vor Kurzem konstatiert, dass das Atom- und Raketenprogramm des Landes "intakt" sei.

Demokraten fordern "nachprüfbaren Fortschritt" von Trump

Der US-Präsident dämpfte auch jetzt die Erwartungen an weitreichende Ergebnisse beim bevorstehenden Gipfel. Er sei nicht in Eile, ein Atomwaffenabkommen mit Kim zu schließen, sagte Trump am Sonntag in Washington. Er wolle niemanden drängen. "Ich will nur keine Tests. Solange es keine Tests gibt, sind wir zufrieden." Seine Äußerungen befeuerten Spekulationen, die USA könnten sich mit begrenzten Abmachungen zufriedengeben.

Die US-Demokraten im Senat forderten daher von Trump greifbare Ergebnisse des Gipfels in Hanoi. Das Treffen müsse "einen konkreten, nachprüfbaren Fortschritt bei der Denuklearisierung" Nordkoreas und beim Abbau von Spannungen bringen, hieß es in einem Schreiben von Fraktionschef Chuck Schumer und mehrerer anderer demokratischer Senatoren an Trump.

Die demokratischen Senatoren übten Kritik am ersten Gipfel Trumps mit Kim im vergangenen Juni in Singapur. "Das Treffen in Singapur verlieh Kim - dem Anführer des vielleicht repressivsten Regimes der Welt - Legitimität und Akzeptanz auf globaler Ebene, während es unsere Politik des maximalen Drucks und der Sanktionen effektiv untergrub", heißt es in dem am Sonntag (Ortszeit) veröffentlichten Schreiben.

Kim ist seit Sonntag per Zug auf dem Weg nach Vietnam, wo er am Dienstag erwartet wird. Trump wird nach Angaben des nordkoreanischen Außenministeriums am Dienstagabend in Hanoi erwartet, wo für Mittwoch morgen ein Treffen mit Präsident Nguyen Phu Trong angesetzt ist. Details zu Ort und Zeit des Gipfeltreffens mit Kim sind noch nicht bekannt.

Politik Nordkorea Bitte nicht mit echter Politik verwechseln

Treffen in Hanoi

Bitte nicht mit echter Politik verwechseln

Kim Jong-un und Donald Trump spielen in dieser Woche wieder Gipfel, aber wirklichen politischen Fortschritt sollte niemand erwarten. Hier zählt nur der Reiz des Dramas.   Kommentar von Stefan Kornelius