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Gewaltbereite Neonazis:25.000 deutsche Neonazis - und immer mehr Gewalt

Im aktuellen Verfassungsschutzbericht wird die Zahl rechtsextremer Aktivisten mit etwa 25.000 angegeben. Die Zahl der braunen Fanatiker ist leicht rückläufig, aber die der rechtsextremistischen Straftaten hat zugenommen - vor allem in den ostdeutschen Ländern.

Die NPD will raus aus der Schmuddelecke

"Die Szene war noch nie so gefährlich wie heute", sagt die Journalistin und Rechtsextremismusexpertin Andrea Röpke zu sueddeutsche.de. Doch nicht nur die Gewaltbereitschaft sei kontinuierlich gestiegen, die Rechtsextremen hätten sich auch professioneller aufgestellt.

Durch bürgerliches Auftreten und die zunehmende Verankerung der NPD in der Gesellschaft käme die Partei "raus aus der Schmuddelecke", sagt Röpke. Gleichzeitig würde die NPD aber auch Straftäter wie den verurteilen Sprengstoffattentäter Patrick Wieschke in die Partei integrieren, ohne sich von deren Taten zu distanzieren.

"In der Militanz stecken immense Potentiale", sagt Bernd Wagner, deshalb müsse man gerade bei den gewaltbereiten Rechtsextremisten ansetzen. Es sei mühsam, aber ein besserer Weg scheine noch nicht gefunden zu sein. Man muss reden, reden, reden - in der Hoffnung, dass der eine oder andere nachdenkt. Und von der Gewalt ablässt.

"Erfolgreiche Deradikalisierung kann dazu führen, dass die Leute aussteigen", sagt Wagner, "oder, wenn sie unbedingt rechtsextrem bleiben wollen, dass sie sich wenigstens von der Militanz abwenden und auf der Ebene der Agitation und Propaganda verbleiben."

Bedingung dafür sei, dass die gewaltbereiten Neonazis erkennbar und kontaktierbar seien. "Wenn die im Untergrund leben, ist der Zug abgefahren", sagt Wagner. Bei der Zwickauer Zelle war es genau so. Die Namen der Terroristen seien ihm aus den späten neunziger Jahren bekannt, sagt Wagner.