Süddeutsche Zeitung

Gewalt in Syrien:Dutzende Menschen sterben bei Bombenanschlägen in Damaskus

Kurz hintereinander explodieren in der syrischen Hauptstadt Damaskus zwei Sprengsätze. Dutzende Menschen sterben, Hunderte werden verletzt. Auch ein Gebäude des Militär-Geheimdienstes wird bei dem Doppelanschlag beschädigt.

Bei Bombenanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach Regierungsangaben 55 Menschen getötet worden. 372 Menschen wurden verletzt, als zwei Selbstmordattentäter Autobomben zündeten, wie das Innenministerium erklärte.

Die syrische Führung und die Opposition machten sich gegenseitig für die Anschläge auf einer Schnellstraße im morgendlichen Berufsverkehr verantwortlich. Das Staatsfernsehen sprach von "Terroranschlägen". Der Syrische Nationalrat als wichtigstes Oppositionsbündnis erklärte, das Regime wolle mit den Anschlägen die internationalen Beobachter im Land einschüchtern. Zugleich nutze es die Taten, um bewaffnete Gruppen und das Terrornetzwerk al-Qaida verantwortlich zu machen.

Der Leiter der UN-Beobachtermission, der norwegische General Robert Mood, begab sich an den Anschlagsort im Süden der Hauptstadt und forderte alle Seiten zu einem Ende der Gewalt auf. Erst am gestrigen Mittwoch war in Syrien ein Sprengsatz in der Nähe eines UN-Konvois detoniert.

Die Explosionen ereigneten sich im im Süden von Damaskus gegen 7:50 Uhr - zu dieser Zeit beginnen die Beschäftigten üblicherweise mit der Arbeit. Die Detonationen beschädigten ein Gebäude des militärischen Geheimdienstes, der seit Wochen gegen die Proteste vorgeht.

Laut der Nachrichtenagentur dpa wurden zudem etwa 30 Autos durch die Explosion im Al-Kazzaz-Viertel zerstört. Die Wucht der Detonationen riss tiefe Krater in die Fahrbahn, schwarzer Rauch lag über der Stadt. Sanitäter bargen Leichenteile von der Straße, das staatliche Fernsehen zeigte Aufnahmen verkohlter Körper.

Die Innenstadt von Damaskus steht unter Kontrolle der Truppen von Präsident Baschar al-Assad, dennoch wurden dort bereits mehrere Bombenanschläge verübt. Ziel waren häufig Einrichtungen oder Konvois der Sicherheitskräfte. Zuletzt riss ein Selbstmordattentäter am 27. April in Damaskus mindestens neun Menschen mit in den Tod, 26 wurden verletzt. Zu mehreren derartigen Angriffen hatte sich in der Vergangenheit eine al-Qaida-nahe Gruppierung bekannt.

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