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Islamisten im Irak:USA nennen Foleys Tötung einen "Terrorangriff"

Ein Angriff auf das ganze Land: Ein Sicherheitsberater von US-Präsident Obama hat die Enthauptung des Journalisten James Foley durch Dschihadisten im Irak als terroristischen Akt eingestuft. Lösegeldzahlungen an Terroristen seien jedoch der falsche Weg.

  • Der stellvertretende Sicherheitsberater von US-Präsident Obama bezeichnet die Enthauptung des Journalisten James Foley durch IS-Dschihadisten als "Terrorangriff" auf die USA.
  • Foleys Eltern machen E-Mail der Entführer öffentlich.
  • Details zur fehlgeschlagenen Befreiungsaktion.

USA bezeichnen die Tötung James Foleys als "Terrorangriff"

Washington hat die Enthauptung des US-Journalisten James Foley durch Dschihadisten in starken Worten als "Terrorangriff" auf die USA gebrandmarkt. Wenn jemand auf derart "entsetzliche Art und Weise getötet" werde, sei das ein "Terrorangriff auf unser Land und auf einen amerikanischen Staatsbürger", sagte der stellvertretende Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Ben Rhodes, am Freitag.

Gleichwohl seien Lösegeldzahlungen "nicht die richtige Politik", fuhr Rhodes fort. Dies hatte die Obama-Administration in den vergangenen Tagen wiederholt betont. Terrororganisationen würden auf diese Weise ansonsten von den USA "mit finanziellen Mitteln ausgestattet", sagte er. Damit bestätigte der Sicherheitsberater den seit langem von Washington betriebenen Umgang mit Lösegeldforderungen nach Entführungen.

Foleys Eltern machen E-Mail der Entführer öffentlich

Inzwischen hat die US-Nachrichtenseite GlobalPost eine E-Mail der mutmaßlichen Mörder veröffentlicht. Laut GlobalPost haben Foleys Eltern einer Veröffentlichung zugestimmt. "Gegenüber Muslimen kennt ihr nur die Sprache der Gewalt", heißt es in der Nachricht, die von den Milizen des "Islamischen Staats" (IS) stammen soll. Diese hatten am Dienstag ein Video von der Ermordung Foleys veröffentlicht.

Adressiert ist die Nachricht an die US-Regierung und an jene Amerikaner, die ihrer Führung "wie Schafe folgen". Die Eltern sollen die E-Mail eine Woche vor der Ermordung ihres Sohnes erhalten haben.

Details zur gescheiterten Rettungsaktion

Die britische Zeitung Telegraph hat weitere Informationen zur gescheiterten Geiselbefreiung veröffentlicht, die das Pentagon am Mittwoch publik gemacht hatte. Demnach hätten US-Eliteeinheiten gemeinsam mit jordanischen Soldaten am 4. Juli dieses Jahres nahe der ostsyrischen Stadt Al-Rakka versucht, Foley und andere Geiseln zu retten. Die Gegend gilt als Kerngebiet des selbst ernannten Kalifats der militanten Islamisten.

Weil die Verschleppten wenige Tage zuvor jedoch weggebracht worden seien, hätten die Soldaten niemand auffinden können. Die Gefechte seien für die IS sehr verlustreich gewesen. Der Telegraph beruft sich auf einen inzwischen gelöschten Facebook-Eintrag, der die Aussagen eines Bauern aus der Nähe wiedergibt.

© Süddeutsche.de/afp/fued/sekr
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