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Getöteter Terrorchef Osama bin Laden:Im Visier der Tarnkappen-Drohnen

Mit unbemannten Fluggeräten beobachtete die CIA Bin Ladens Unterschlupf über Monate - ohne Wissen der pakistanischen Regierung. Doch trotz intensiver Vorbereitungen ging beim Angriff der Navy Seals in Abbottabad eine ganze Menge schief.

Osama bin Laden dürfte sich in Pakistan relativ sicher gefühlt haben: Weit weg von der Grenze zu Afghanistan, in einer Stadt voller Militärs in Rente, in einer Region, deren Luftraum gut überwacht und für US-Flugzeuge gesperrt ist, abgeschottet, in Verbindung mit der Außenwelt nur noch über wenige Kuriere.

FRA-AFGHANISTAN-US-DRONE-RQ170

2007 wurde eine zuvor unbekannte US-Drohne auf der US-Basis in Kandahar, Afghanistan, fotografiert. 2009 bestätigte die US Air Force die Existenz der RQ-170 von Lockheed Martin. Möglicherweise wurde das unbemannte Fluggerät 2010 zur Überwachung von Bin Ladens Anwesen in Abbottabad eingesetzt.

(Foto: AFP)

Doch während der Terrorchef sich mit seiner Familie vermutlich fast unsichtbar wähnte, wurde sein Anwesen aus großer Höhe mit scharfen Augen beobachtet.

Wie die Washington Post berichtet, setzte der US-Geheimdienst CIA vor dem Zugriff der Navy Seals bereits seit Monaten neue Tarnkappen-Drohnen ein, um Bin Ladens Anwesen in Abbottabad zu filmen.

Die unbemannten Fluggeräte, bei denen es sich vermutlich um das Modell RQ-170 Sentinel von Lockheed Martin handelt, werden bei Flügen in großer Höhe vom Radar offenbar nicht entdeckt. Sie verfügen außerdem über Kameras, die höher aufgelöste Videos liefern als Satellitenkameras, schreibt die US-Zeitung unter Berufung auf US-Beamte.

Auf diese Weise konnten die Drohnen unbemerkt Dutzende Missionen jenseits des Raumes fliegen, den Pakistan für den Einsatz von US-Drohnen nahe der Grenze zu Afghanistan freigegeben hat. Angeblich war es auch eine Tarnkappen-Drohne, die US-Präsident Barack Obama und die Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrats in der Nacht des Angriffs der Navy Seals auf das Anwesen mit Bildern versorgte.

Neben den Fluggeräten wurden allerdings auch Satelliten und Abhörtechnologie eingesetzt, sowie Agenten, die von einem Haus in Abbottabad aus operierten.

Das geheime Eindringen der Drohnen in den pakistanischen Luftraum belegt nach Einschätzung der Washington Post, wie groß das Misstrauen zwischen den Ländern ist, obwohl sie offiziell als Verbündete im Kampf gegen den Terror auftreten.

Obwohl die Drohnen keine eindeutige Aufnahme von Bin Laden selbst lieferten, war sich die US-Regierung schließlich sicher, dass der Al-Qaida-Gründer in Abbottabad lebte.

Während der Einsatz der Drohnen vor den Pakistanern verborgen blieb, lief bei der Mission der Navy Seals in Abbottabad am 2. Mai eine ganze Menge schief, wie die Nachrichtenagentur AP jetzt berichtet.