Gesundheitswesen:Der Doktor und die liebe Not

Gesundheitswesen: Karl Lauterbach (SPD) in Berlin. Eine Menge Ärzte sind nicht gut auf den Gesundheitsminister zu sprechen - deshalb bietet er ihnen an, auf einem Krisengipfel mit ihm zu reden.

Karl Lauterbach (SPD) in Berlin. Eine Menge Ärzte sind nicht gut auf den Gesundheitsminister zu sprechen - deshalb bietet er ihnen an, auf einem Krisengipfel mit ihm zu reden.

(Foto: Sebastian Gollnow/DPA)

Gesundheitsminister Lauterbach hat die niedergelassenen Ärzte zum Krisengipfel geladen. Sie klagen über Bürokratie und schlechte Vergütung - zu Recht? Besuch bei einem Hausarzt, der seinen Beruf liebt, aber zunehmend daran verzweifelt.

Von Rainer Stadler

Donnerstagnachmittag um kurz nach vier, Hausarzt Michael Seidl ist seit neun Stunden im Dienst und muss wieder mal eine Patientin zum Vorzugspreis behandeln. Sie ist gestolpert, das Knie schmerzt. Seidl tastet es ab und sagt: "Ah, die Schleimbeutel." Er legt ihr einen kühlenden Zinkleimverband an, keine Selbstverständlichkeit für einen Hausarzt. Aber Seidl, Inhaber einer Praxis im 4500-Einwohner-Ort Scheyern, 50 Kilometer nördlich von München, ist nicht nur Allgemein-, sondern auch Sportmediziner, deshalb kann er das. Er rät der Frau, den Verband bis zum Wochenende zu tragen, Ibuprofen zu nehmen gegen die Schmerzen und Heparinsalbe gegen die Schwellung, "aber die 60 000er, die ist besser".

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