Gesundheitsreform:Einzige Lösung? Ein überparteilicher Ansatz

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Was bedeutet die Implosion der Trumpcare-Pläne für die US-Bürger? All jene, die nach der Einführung von Obamacare erstmals eine Versicherung erhielten, werden aufatmen, weil sie ihren Schutz nicht verlieren. Für die untere Mittelschicht heißt dies, dass die relativ hohen Beiträge gleich bleiben und die Leistungen eher schlechter werden - in vielen Bundesstaaten gibt es kaum Konkurrenz zwischen Anbietern.

Die Lehre der vergangenen Wochen ist recht klar: Eine Reform des Gesundheitswesens kann nur überparteilich gelingen. Dass die Demokraten 2010 ihr Vorhaben ohne die Konservativen durchsetzen mussten, brachte zu viel Bürokratie und Schwächen. Der Versuch der Republikaner, diese nun ganz allein zu beseitigen, konnte angesichts des Volumens (ein Sechstel des US-Bruttoinlandprodukts wird in der Gesundheitsbranche erwirtschaftet) nur scheitern.

Mehr als zwei Drittel der Bürger wünschen sich, dass beide Parteien das Problem gemeinsam angehen und die Fehler von Obamacare beheben. Zu einem solchen Schritt müssten sich vor allem die Republikaner entschließen - sie müssten entgegen ihrer Ideologie die schon heute kaum mehr zu leugnende Tatsache eingestehen, dass der Staat seinen Bürgern eine Grundabsicherung liefern muss.

Für den US-Präsidenten wäre ein solcher Schritt gar kein Problem, denn Donald Trump hat in dieser Hinsicht keine echte Überzeugung. Er gibt seinen Namen für vieles her, um als erfolgreich zu gelten. In diesem Fall, also bei einem überparteilichen Kompromiss, könnte es sogar im Volk populär sein.

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