Berlin (dpa/bb) - Für das vom Bundestag beschlossene Mahnmal für die Opfer von kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland zeichnet sich ein Standort ab. Der Bund, das Land Berlin und der Bezirk Berlin-Mitte seien zu der Einschätzung gekommen, dass ein Platz im Berliner Spreebogen dafür geeignet sei, teilte die Berliner Senatskanzlei am Donnerstag mit. Zuvor hatte der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) darüber berichtet. Es handele sich um eine Grünfläche zwischen dem Bundestag und dem Berliner Hauptbahnhof.
Vor wenigen Wochen habe es einen gemeinsamen Ortstermin von Bund, Land und Bezirk gegeben, hieß es von den Teilnehmern. „Und alle sind sich einig, dass dies Standort Nummer eins ist“, sagte Dombrowski. Die zuständige Bezirksstadträtin für den öffentlichen Raum, Almut Neumann, unterstütze die Verortung des Denkmals am Spreebogenpark, hieß es vom Bezirk Mitte.
Dombrowski geht nun davon aus, dass es bis zum 70. Jahrestag des 17. Juni 1953 eine Standortbezogene Ausschreibung geben wird. „Ab da sind zwei Jahre bis zur Fertigstellung des dreidimensionalen Mahnmals realistisch“, meinte der UOKG-Vorsitzende. „Der Beirat hat den Bund und den Bezirk Berlin-Mitte gebeten, sich über weitere Schritte zu verständigen“, sagte Dombrwoski der Deutschen Presse-Agentur.
Um den 17. Juni 1953 hatten an etwa 700 Orten in der DDR bis zu eine Million Menschen gegen härtere Arbeitsbedingungen und für Freiheitsrechte demonstriert. Der Aufstand wurde von sowjetischen Truppen niedergeschlagen. 55 Menschen wurden getötet, etwa 10.000 verhaftet.
Der Deutsche Bundestag hatte die Einrichtung des Mahnmals im Dezember 2019 beschlossen. Damit soll der Opfer und ihrer Verfolgung gedacht und die Erinnerung an Unrecht und Verbrechen wachgehalten werden. Das Konzept dafür wurde von einem Beirat erarbeitet und im Dezember 2020 vorgestellt. Sobald der Ort feststeht, soll in einem Wettbewerb über die künstlerische Gestaltung des Mahnmals entschieden werden.
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