Geschichte - Cottbus:Internetseite für Schicksale jüdischer Menschen in Cottbus

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Cottbus (dpa/bb) - Zum Gedenken an die Deportation jüdischer Bürger in Cottbus sind 90 Stolpersteine vor Häusern der Stadt verlegt worden - künftig informiert auch eine Internetseite über die Schicksale der Menschen. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Eine Arbeitsgruppe der Stadt hat die Seite www.stolpersteine-cottbus.de gestaltet. Von den einst 499 Jüdinnen und Juden, die 1937 in der Stadt wohnten, erlebten den Angaben zufolge nur 12 das Kriegsende in Cottbus.

Die Internetseite soll sich in den kommenden Monaten und Jahren weiterentwickeln, wie es von der Stadt hieß. Lebensgeschichten der Opfer sollen weiter erforscht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Aktuell seien die Schicksale von zwölf Menschen, die am 24. August 1942 deportiert wurden, in kurzen Biographien dargestellt.

Alle weiteren 78 Stolpersteine erhielten demnach eine Beschreibung, die unter anderem das Geburtsdatum der Menschen sowie die Umstände des Todes enthält. Die Seite solle zudem auch als Angebot für Bildungsträger dienen.

Die "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig, die er seit 1996 zur Erinnerung an Opfer in der Zeit des Nationalsozialismus verlegt, erzählen Geschichten über Menschen, die in den Widerstand gegangen sind oder in der NS-Zeit verfolgt wurden. Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg und an anderen Orten erinnern diese Steine auf Gehwegen vor Häusern und Plätzen an die Schicksale von NS-Opfern.

© dpa-infocom, dpa:220824-99-502925/2

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