Geschichte - Binz:Jahrestag von Seebrücken-Unglück: Ausstellung über Opfer

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Binz (dpa/mv) - 110 Jahre nach dem dramatischen Seebrücken-Unglück in Binz auf Rügen präsentiert eine neue Ausstellung die Identität vieler Opfer. 16 der 17 Menschen, die in Folge des Einsturzes der Seebrücke am 28. Juli 1912 starben, habe man anhand historischer Zeitungsberichte identifizieren können, sagte Initiator Arndt Schmitz am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zur Eröffnung der Ausstellung kam auch ein Vertreter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Sie war als Reaktion auf das Unglück ein Jahr später gegründet worden.

Bis zu 1000 Menschen standen vor 110 Jahren auf der mehr als 500 Meter langen Seebrücke von Binz, als der Brückenkopf unter der Last zusammenbrach und nach Angaben der Ausstellung fast 100 Menschen in die Ostsee stürzten. Viele ertranken, andere starben später. Schmitz' Großvater war ein Überlebender des Unglücks. In seinen Aufzeichnungen beschreibe er das Unglück, erklärte nun sein Enkel. Die Ausstellung widmet sich auch Berichten seines Großonkels, der damals ebenfalls Zeuge war.

Bei den Nachforschungen habe man festgestellt, dass viel mehr Frauen als Männer unter den Opfern waren, "weil die weniger schwimmen konnten und lange Kleider trugen", wie Schmitz erklärt. Es habe eine Gruppe Touristen gegeben, aber auch Greifswalder, die am damaligen Sonntagabend mit einem Dampfer zurück in die Hansestadt fahren wollten. Eines der bekanntesten Opfer sei ein Schutzmann gewesen, der auf der Seebrücke, an der Passagierschiffe anlegten, für Ordnung sorgen sollte. Er sei in Ausführung seines Amtes mit ins Wasser gerissen worden.

In Binz erinnert ein Gedenkstein an das Unglück. Dort stellt die Kurverwaltung laut Schmitz zu den Jahrestagen einen Blumenstrauß auf. Die Ausstellung ist im Museum von Binz zu sehen, im Bahnhof des Rasenden Rolands.

© dpa-infocom, dpa:220728-99-189123/3

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