GroßbritannienSpionagering um Jan Marsalek verurteilt

In Deutschland wird Ex-Wirecard-Chef Jan Marsalek gesucht. 2020 wurden sogar Fahndungsplakate veröffentlicht. 
In Deutschland wird Ex-Wirecard-Chef Jan Marsalek gesucht. 2020 wurden sogar Fahndungsplakate veröffentlicht.  (Foto: Daniel Bockwoldt)

Ein Gericht in London hat drei Bulgaren der Spionage für schuldig befunden. Sie sollen für Moskau russlandkritische Journalisten und eine Militärbasis in Stuttgart ausgespäht haben. Beauftragt wurden sie von Jan Marsalek.

Von Martin Wittmann

Ein Londoner Gericht hat drei bulgarische Agenten für schuldig befunden, für Russland spioniert zu haben. Damit folgten die Geschworenen der Anklage der Staatsanwaltschaft. Hintermann des Netzwerks ist nach Erkenntnissen britischer Ermittler der ehemalige Wirecard-Manager Jan Marsalek.Katrin Ivanova, 33, Vanya Gaberova, 30, und Tihomir Ivanchev, 39, haben zwischen 2020 und 2023 dem Kreml missliebige Personen ausgeforscht und diese quer durch Europa verfolgt. Zu den Beschatteten gehörten unter anderem die Journalisten Christo Grosew und Roman Dobrochotow. Die beiden hatten zur Rolle Russlands bei den Nervengiftanschlägen auf den mittlerweile verstorbenen Oppositionellen Alexej Nawalny und auf Sergej Skripal in Salisbury recherchiert. Auch eine US-amerikanische Militärbasis in Stuttgart, in der ukrainische Soldaten trainiert wurden, spionierten die Angeklagten aus. Das Strafmaß soll in den kommenden Tagen verkündet werden.

Drei weitere Angeklagte, darunter der Hauptbeschuldigte Orlin Roussev, hatten die Vorwürfe bereits im vergangenen Jahr gestanden. Roussev war der Kontaktmann von Jan Marsalek, der die Gruppe im Auftrag Russlands führte und finanzierte. Tausende Textnachrichten belegen die Verbindung der beiden Männer.

Marsalek, ehemaliger Wirecard-Vorstand und mutmaßlicher Milliardenbetrüger, stand in London nicht vor Gericht. Er ist im Sommer 2020 nach Russland geflohen.

Recherchen der Süddeutschen Zeitung und des österreichischen Nachrichtenmagazins Profil legen den Verdacht nahe, dass der Manager schon während seiner Zeit bei Wirecard nicht nur Informationen für Russland gesammelt hat, sondern möglicherweise bereits damals Agenten im Auftrag Moskaus führte.

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In London sind zwei Frauen und ein Mann aus Bulgarien der Verschwörung angeklagt. Sie sollen im Auftrag des früheren Wirecard-Managers Jan Marsalek für Russland spioniert haben. In dem Prozess nun geht es weniger um Staatsaffären als um Sex-Affären. Szenen einer juristischen Soap-Opera.

SZ PlusVon Martin Wittmann

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