SchweizMassive Proteste in Genf gegen G-7-Gipfel

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Etwa 60 verschiedene Gruppen haben den Protestmarsch in Genf organisiert, bei dem es auch zu Ausschreitungen kam.
Etwa 60 verschiedene Gruppen haben den Protestmarsch in Genf organisiert, bei dem es auch zu Ausschreitungen kam. Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dp

Ausnahmezustand am Genfer See: Mehr als 7000 Sicherheitskräfte stehen Tausenden Demonstranten gegenüber. Müllcontainer und ein Auto gehen in Flammen auf, die Polizei setzt Tränengas ein.

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Ein Protest gegen den bevorstehenden G-7-Gipfel in Frankreich ist in Genf am Sonntag eskaliert. Am Spätnachmittag und Abend warfen Vermummte zahlreiche Scheiben ein, die Polizei setzte Tränengas ein. Ein Block aus einigen Hundert schwarz gekleideten Mitläufern störte die lange Zeit friedliche Atmosphäre der Demonstranten. Die Vermummten rissen Pflastersteine aus dem Boden und Sperrholzverkleidungen von Schaufenstern, setzte ein Auto und Müllcontainer in Brand und warfen zahlreiche Scheiben ein, sowohl von Geschäften als auch an Bushaltestellen, Reklametafeln sowie den Eingängen von UN-Organisationen.

Diesen harten Kern von gewaltbereiten Demonstranten hat die Polizei später eingekesselt. Von mehreren Hundert Personen würden die Personalien festgestellt und einige womöglich für eine strafrechtliche Verfolgung festgenommen, sagte der Sprecher einer zuständigen örtlichen Behörde, Laurent Paoliello, dem Sender RTS.

Das Treffen der G-7-Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA beginnt an diesem Montag in Évian auf der französischen Uferseite. Die Stadt liegt rund 50 Kilometer entfernt, aber Frankreich wollte nach Angaben der Genfer Stadtregierung keine Proteste dulden. Deshalb meldeten die Organisatoren die Demonstration in Genf unter dem Motto „No G7“ an.

2003 kam es zu verheerenden Ausschreitungen – bis heute ein Trauma für die Genfer Polizei

Die Polizei sprach von mindestens 20 000 Teilnehmenden, die Organisatoren von 60 000. Die Polizei war mit rund 7000 Sicherheitskräften im Einsatz. Sie hielt sich lange im Hintergrund. Abseits der genehmigten Marschroute riegelte sie aber mit großem Aufgebot etwa die wichtigste Brücke über die Rhone zu den Haupteinkaufsstraßen und an anderer Stelle zum Sitz der Vereinten Nationen ab.

Genf fürchtete Ausschreitungen in Erinnerung an verheerende Schäden und Geschäftsplünderungen bei einer Demonstration im Jahr 2003 gegen die damalige G 8 noch mit Russland. Hunderte Genfer Geschäftsleute und Hoteliers verriegelten seit Tagen ihre Schaufenster mit Sperrholz. Die Ereignisse von damals seien ein Trauma für die Genfer Polizei, sagte die Polizeichefin des Kantons, Monica Bonfanti. Die Genfer Polizei hat Verstärkung aus dem ganzen Land aufgeboten. Mehrere Tausend Polizistinnen und Polizisten kontrollieren seit zwei Tagen überall in der Stadt Autos und Personalien von Passanten.

Der Marsch wurde von einer Koalition aus rund 60 Gruppen organisiert, darunter auch Feministinnen, Gewerkschaftsvertreter, Kurden und ein „revolutionärer Block“. Sie protestierte laut einem Manifest gegen US-Militärbasen in Europa, für höhere Mindestlöhne, kostenlose Verhütungsmittel, grenzenlose Freizügigkeit für Arbeitende aus aller Welt und die Streichung der Angabe des Geschlechts aus allen Ausweisdokumenten. Die G 7 erwähnen sie auch. Sie sei eine „illegitime und überholte Institution, ein privater Club, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht“.

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