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Generationswechsel in den USA:Die Milliennials mögen Trump nicht

Mit ihrer modernen, offenen Gesinnung werden sie nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Kultur in den Unternehmen ändern. Work-Life-Balance ist dieser Generation wichtiger als ihren Eltern. Ein Arbeitsplatz daheim und globales Arbeiten ist - zumindest für die gut Ausgebildeten - die neue Norm - auch dank Rund-um-die-Uhr-Vernetzung. Soziales Bewusstsein und ökologische Verträglichkeit sind keine Fremdworte für sie.

Immer mehr Millennials besitzen kein Auto mehr, sondern nutzen Car-Sharing oder Uber. Sie fordern Gleichberechtigung, finden die "Me Too"-Bewegung überfällig und fühlen sich von den politischen Ideen eines Bernie Sanders (etwa zu Mindestlohn, gebührenfreien Universitäten oder Krankenversicherung für alle) angesprochen. Die derzeit prominenteste Vertreterin der Millennials im Kongress ist die 29 Jahre alte, neu gewählte Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez. Sie rechnet sich dem linken Flügel der Demokraten zu und hat 2016 bei Bernie Sanders im Wahlkampfteam gearbeitet.

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Präsident Donald Trump mögen die Millennials dagegen weniger. In Umfragen schneidet er bei ihnen regelmäßig am schlechtesten ab. Wenn es also Potenzial für Veränderung gibt, dann geht sie von dieser Generation aus.

Und hinter den Millennials wartet bereits die nächste Generation: Die Post-Millennials, auch Generation Z genannt, sind heute 21 Jahre oder jünger. Global betrachtet überholt sie 2019 die Millennials sogar schon, hat eine Bloomberg Analyse ergeben, allerdings vorwiegend in Indien und in afrikanischen Ländern.

In den USA, China, Japan und Deutschland kommen nächstes Jahr auf 100 Millennials nur 73 Gen-Z-Vertreter. Damit hat diese Altersgruppe also vermutlich noch auf Jahre hin keinen entscheidenden Einfluss auf die Geschicke ihres Landes.

Bei den Wahlen bleiben die Millennials lieber zu Hause

In dieses mehrlagige Sandwich eingezwängt, gibt es dann noch die Generation X, also die Kohorte der heute 38- bis 53-Jährigen, die zwischen den Millennials und Boomer liegen. Sie sind den anderen Generationen mit ihren 65 Millionen zahlenmäßig stark unterlegen und stehen in vielen Lebensbereichen im Schatten der Älteren. Und unterliegen deshalb wohl auch nicht der ständigen Überinterpretation durch Medien und Umfrageinstitute wie die Millennials.

Erst im Jahre 2028 werden die Boomer weniger sein als die Generation X - da dürften die Millennials schon auf die 75 Millionen zugehen und alleine schon deshalb stets von größerer Bedeutung sein.

Doch wenn die Millennials das Zeug hätten, die Zukunft der USA entscheidend zu beeinflussen, warum sind dann in der Politik überwiegend immer noch die Boomer am Ruder? Weil die Millennials, anders als die Älteren, bei Wahlen bislang lieber zu Hause geblieben sind. In der Präsidentschaftswahl 2016 ging lediglich die Hälfte zur Wahlurne, bei den Midterms waren es nur 31 Prozent der 18 bis 29-Jährigen.

Kein Wunder also, dass die Boomer mit ihrer Wahlbeteiligung von 70 Prozent überdurchschnittlichen Einfluss auf die Politik des Landes haben. Aber das ist nur eine Frage der Zeit.

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