Geldwäsche 20 Jahre Gefängnis für griechischen Ex-Minister

Geldwäsche bei Rüstungsgeschäften: Griechenlands Ex-Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos ist zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Auch seine Frau, seine deutsche Ex-Frau und seine Tochter wurden schuldig gesprochen.

Er war einer der wichtigsten griechischen Politiker der vergangenen Jahrzehnte - und gilt heute als Symbol für die Korruption im Land: Nachdem Griechenlands früherer Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos bereits im März wegen Steuerhinterziehung zu einer Haft- und Geldstrafe verurteilt worden war, hat ihn jetzt ein Gericht in Athen auch der Geldwäsche und Bestechlichkeit schuldig gesprochen. Mit der Verurteilung zu 20 Jahren Gefängnis entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Die Anklagebehörde hatte dem 73-Jährigen in dem monatelangen Verfahren vorgeworfen, in seiner Amtszeit mehr als sechs Millionen Euro Bestechungsgeld für den Kauf von Panzerfahrzeugen, vier deutschen U-Booten und russischen Flugabwehrraketen gewaschen zu haben. Wegen seines hohen Alters muss Tsochatzopoulos nur ein Fünftel seiner Haftstrafe verbüßen.

Weitere 16 Verwandte und Mitarbeiter des früheren Ministers bekamen zwischen sechs und 16 Jahren Gefängnis. Zu den Verurteilten zählen seine Ehefrau, seine deutsche Ex-Frau und seine Tochter. Die zwölfjährige Gefängnisstrafe für Tochter Areti wurde zur Bewährung ausgesetzt, weil sie drei Kinder hat. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen.

Tsochatzopoulos, der zu den Gründungsmitgliedern der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (Pasok) gehört, soll für die Aufträge während seiner Amtszeit von 1996 bis 2001 riesige Schmiergeldsummen kassiert haben. "Es gab so viel Bestechungsgeld, dass er nicht einmal die Gesamtsumme ausrechnen konnte", sagte Staatsanwältin Georgia Adilini. Das Schmiergeld sei in Taschen und Koffern transportiert worden, teils in Form von Schecks oder über Bankkonten und Firmen geflossen. Eine Anklage wegen Bestechlichkeit war wegen der gesetzlichen Verjährungsfrist nicht mehr möglich.

Der Ex-Minister ist der erste griechische Politiker seit Jahren, der wegen Geldwäsche zur Rechenschaft gezogen wird. Seit seiner Festnahme vor einem Jahr sitzt er im Hochsicherheitsgefängnis Korydallos am Rande Athens in Untersuchungshaft. Schon im März war Tsochatzopoulos zu einer sechsstelligen Geldstrafe und acht Jahren Haft verurteilt worden, weil er dem Fiskus über Jahre hinweg Einkommen und Besitztümer verschwiegen hatte.

Seit 1981 hatte Tsochatzopoulos verschiedene Ministerposten inne. 1996 wäre er nach dem Rücktritt des schwer kranken Parteigründers Andreas Papandreou beinahe Pasok-Vorsitzender und Ministerpräsident geworden, unterlag aber knapp dem Ex-Regierungschef Kostas Simitis. Zwischen 1996 und 2001 war Tsochatzopoulos unter Simitis Verteidigungsminister. In diese Zeit fielen die umstrittenen Rüstungsgeschäfte.