Bis vor ein paar Tagen war die "Hauptstelle für Befragungswesen" (HBW) eine Phantombehörde. Bekannt war, dass sie ihren Sitz in einem wuchtigen grauen Altbau in Berlin-Wilmersdorf hat. Asylbewerber berichteten, dass sie von Mitarbeitern ebendieser Behörde befragt worden seien. Die gewonnenen Informationen, so bestätigten es schließlich Geheimdienstler, wurden an die Amerikaner weitergegeben. (Mehr dazu in diesem Artikel.)

Hinter alldem stecke der Bundesnachrichtendienst. Der aber antwortet auf journalistische Anfragen nicht. Und ein Besuch beim HBW in Berlin scheitert an den breiten Schultern eines Mitarbeiters, der es nicht erlaubt, die Büros im vierten Stock zu betreten. Auch die Bundesregierung wiegelt weitgehend ab. Erst nachdem SZ und NDR über die Hauptstelle und ihre Rolle im US-Drohnenkrieg berichtet hatten, erklärte ein Regierungssprecher: Grundsätzlich sei "die Hauptstelle dem Bundesnachrichtendienst zuzuordnen". Es ist das Ende des Phantomdaseins der HBW.

Bild: Michael Gottschalk/photothek.net 26. November 2013, 15:122013-11-26 15:12:01 © SZ.de/bbr