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Was Politiker verdienen:Lohnzettel auf Facebook

Transparenz zahlt sich aus, lautet die Devise von Benjamin Netanjahu. Israels Ministerpräsident hat im Internet seine Gehaltsabrechnung präsentiert. Im Vergleich mit anderen internationalen Spitzenpolitikern landet der Israeli nur im Mittelfeld.

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Prime Minister Netanyahu Inaugurates a Highway

Quelle: Getty Images

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Offenheit ist alles, denkt sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Er hat seine letzte Gehaltsabrechnung bei Facebook ins Netz gestellt, um die "von Webnutzern eingeforderte Transparenz" zu gewährleisten. Seitdem weiß die Welt, dass der Israeli im Dezember 2010 43.952,92 Schekel brutto verdiente - das entspricht ungefähr 9550 Euro. Nach Abzug von Steuern und Abgaben bleiben ihm 15.027,43 Schekel (etwa 3270 Euro).

Viele andere Spitzenpolitiker haben ihre Geldbeutel geöffnet und verraten, wie viel sie verdienen. sueddeutsche.de präsentiert Politiker-Gehälter weltweit.

Fidel Castro; AFP

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Kubas oberster Revolutionär und langjähriger Präsident Fidel Castro verdiente angeblich nur 23 Euro pro Monat. Sein Bruder und Nachfolger Raúl Castro hat daran bislang nichts geändert - offiziell.

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Chavez, Morales; AFP

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Die Amtsvertreter der links ausgerichteten Regierungen in Südamerika gehen in ihren Ländern mit gutem Beispiel voran. So gibt sich Boliviens Präsident Evo Morales (links) mit rund 1700 Euro monatlich zufrieden. Venezuelas Amtskollege Hugo Chávez (rechts) ist sogar noch bescheidener. Er soll umgerechnet nur 1000 Euro im Monat verdienen.

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Putin; dpa

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Seine Fische selber fangen müsste Wladimir Putin eigentlich nicht. Zwar verdient er für einen ranghohen Politiker recht wenig: Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission erhält der russische Ministerpräsident monatlich 4800 Euro. Hinzu kommen offiziell 4,7 Millionen Rubel (105.000 Euro) Erspartes. Inoffiziell gilt Putin jedoch als mehrfacher Milliardär. Manche bezeichnen ihn sogar als den reichsten Mann Europas.

Gerüchten zufolge besitzt Putin riesige Aktienpakete bei Russlands drittgrößter Ölfördergesellschaft Surgutneftegas und über einen Mittelsmann auch Beteiligungen bei der Ölhandelsgesellschaft Gunvor. Beide Anteile sollen jeweils 20 Milliarden Dollar wert sein. Dazu soll der ehemalige Staatschef etwa 4,5 Prozent von Gazprom halten. Wert: mehr als zehn Milliarden Euro.

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Medwedew; dpa

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Laut seiner Einkommenserklärung besitzt der russische Präsident Dmitrij Medwedjew nicht einmal ein Auto. Gut, dass er Präsident ist und somit Anspruch auf Privilegien wie einen Dienstwagen hat.

Viel Geld bekommt der Kremlchef allerdings nicht für sein Amt. Für 2008 hat er ein Gehalt von umgerechnet circa 90.000 Euro angegeben. Das sind ungefähr 7500 Euro im Monat.

Ob er so viele Vermögenswerte besitzt wie sein Vorgänger Wladimir Putin, bleibt fraglich. Auf der Erklärung waren nur Spareinlagen in Höhe von 2,95 Millionen Rubel (66.000 Euro), eine Wohnung, zwei Grundstücke und einen Golf angegeben.

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Netanjahu Einkommen Facebook

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Israelische Transparenz: Zwischen offiziellen Fotos versteckte Benjamin Netanjahu seine Einkommensübersicht. Zudem wurden dem israelischen Ministerpräsident eine Residenz und ein Dienstwagen im Wert von mehr als 2,5 Millionen Schekel zur Verfügung gestellt. Seine Steuerschuld betrug dem Dokument zufolge 17.986 Schekel, die weiteren Abzüge flossen überwiegend an die Sozialkassen des Landes.

Berlusconi; dpa

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Mit Abstand ist der "Cavaliere" der reichste Politiker Italiens. Das liegt aber weniger daran, dass Silvio Berlusconi als Ministerpräsident 16.371 Euro monatlich aus der Staatskasse erhält. Seine Haupteinnahmen erhält der Politiker und Unternehmer vielmehr aus seiner Medienholding Fininvest, zu der neben diversen Fernsehsendern ein großer Versicherungskonzern und der Fußballklub AC Mailand zählen. 2006 deklarierte Berlusconi in der Einkommenserklärung Einnahmen in Höhe von 139 Millionen Euro, 2007 verblüffenderweise "nur" noch 14 Millionen.

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Angela Merkel; ddp

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Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält nach Angaben des Bundespresseamtes genau 15.768,14 Euro brutto im Monat. Dazu kommt eine Aufwandsentschädigung von 1022,58 Euro pro Monat.

Da die Kanzlerin für die Insel Rügen, die Hansestadt Stralsund und den Landkreis Nordvorpommern im Bundestag sitzt, erhält sie zusätzlich die Hälfte der monatlichen Bezüge eines Abgeordneten, also 3823,50 Euro, sowie eine Kostenpauschale von 2976,75 Euro. 

Für ihre Arbeit als CDU-Vorsitzende erhält Frau Merkel aber keine weiteren Gelder, diese Funktion ist ein Ehrenamt.

Zwar haben Bundeskanzler Anrecht auf eine Dienstwohnung, müssen aber deren geldwerten Vorteil versteuern. Angela Merkel blieb nach ihrer Wahl zur Bundeskanzlerin in ihrer Privatwohnung in Berlin-Mitte wohnen. Auch ihre Kleider muss die Kanzlerin selbst zahlen.

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Im Bundeshaushaltsplan steht unter dem Posten "Bundespräsident", dass das Staatsoberhaupt "Amtsbezüge in Höhe von 10/9 des Amtsgehalts der Bundeskanzlerin" erhält. Also kommt Christian Wulff auf 199.000 Euro jährlich - und erhält zusätzlich eine Aufwandsentschädigung von 78.000 Euro.

Zudem bekommt der Bundespräsident repräsentative Räume gestellt, allerdings muss Wulff seine Wohnung sowie das Hauspersonal selbst bezahlen.

Britain's Prime Minister, David Cameron sits opposite China's Vice Premier Li Keqiang during a round table discussion with at Downing Street, in London

Quelle: REUTERS

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Der britische Premierminister David Cameron verdient 142.500 Pfund (171.000 Euro). Sein Vorgänger Gordon Brown hatte es da besser: Er kam noch auf ein Jahressalär von 188.849 Pfund (etwa 227.000 Euro) und war damit lange Zeit der bestbezahlte Regierungschef Europas. Das war jedoch vor der globalen Finanzkrise.

Mwai Kibaki; AP

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Kenias Präsident Mwai Kibaki bräuchte einen weltweiten Gehaltsvergleich unter den Politikern nicht scheuen. Mit etwa 20.000 Euro monatlichem Einkommen verdient er mehr als Angela Merkel, Silvio Berlusconi oder David Cameron.

Außerdem besitzt Kibaki große Ländereien und Kaffeeplantagen, die zusätzliche Einkünfte abwerfen.

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Sarkozy, Chirac; dpa

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Kurz nachdem Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (Mitte) das Amt von Vorgänger Jacques Chirac übernahm, erhöhte er selbst sein Gehalt um 140 Prozent. Damit verdient Sarkozy 240.000 Euro im Jahr - genauso viel wie Kenias Präsident Kibaki.

Zusätzlich darf sich Sarkozy zahlreicher Vergünstigungen erfreuen: Kost und Logis, Telefon, Kleidung, Autos oder Ferienhäuser fallen ins Budget des Élysée-Palasts. Auch für die 957 Angestellten, 61 Dienstwagen, sechs Flugzeuge, zehn Residenzen kommt dieser auf - und auch für so manches andere, was der Präsident wohl zum Leben braucht.

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Zapatero; AFP

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Mit seinen jährlichen 89.303 Euro verdient der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero sogar zwölf Prozent weniger als die Bürgermeister von Madrid oder Barcelona und fast 75 Prozent weniger als der Regierungschef der Region Katalonien (159.418 Euro). Über die eher bescheidene Entlohnung zu Regierungszeiten dürfte den Ministerpräsidenten die Aussicht auf die Rente hinwegtrösten. Nach seiner Amtszeit erhält er, wie alle seine Vorgänger, eine Jahresrente von gegenwärtig 360.620 Euro.

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Obama; dpa

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Auch wenn Barack Obama mit seinem Festgehalt von 400.000 Dollar (300.000 Euro) im Jahr weniger verdient als manche seiner Amtskollegen - mehr als Fast Food könnte er sich schon leisten. Denn außer dem Festgehalt steht dem US-Amerikaner die mietfreie Unterkunft im Weißen Haus, eine umfangreiche Transportflotte sowie nicht unerhebliche Budgets für Reisen und Spesen zu Verfügung.

Stattliche Zusatzeinnahmen erhält Obama durch seine erfolgreichen Bücher. Seit dem Erscheinen des ersten Buches "Ein amerikanischer Traum" 1995 nahm der Autor Obama laut New York Times rund 8,6 Millionen Dollar (6,5 Millionen Euro) ein.

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Cowen, Obama; AFP

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Brian Cowen, der irische Premierminister, muss sparen. Früher war er der Spitzenverdiener unter Europas Regierungschefs und lag mit einem Jahreslohn von umgerechnet 330.000 Euro sogar vor Barack Obama.

Doch Irland musste sich unter den Euro-Rettungsschirm flüchten und deshalb kürzte Cowen sich selbst das Gehalt um 20 Prozent. Er verdient immer noch stattliche 264.000 Euro.

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Lee Hsien Loong, Reuters

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Mit Abstand den großzügigsten Lohn erhält der singapurische Premierminister Lee Hsien Loong. Laut des Magazins Forbes erhält er pro Jahr mehr als zwei Millionen US-Dollar. Also rund 1,5 Millionen Euro. Das ist fünf Mal so viel wie US-Präsident Barack Obama verdient.

Foto: Reuters

© sueddeutsche.de/dpa/Julia Jendrsczok/Jonas Reese/mati
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