Gegenwind für Göring-Eckardt Die größten Probleme haben Alleinerziehende

Damit gehen Brantner und Kellner auf eine zentrale Kritik Göring-Eckardts an den alten Plänen ein. Die Fraktionschefin begründet ihre Haltung auch mit einem Blick auf die Gesellschaft. Sie hält die Steuerpläne mit verantwortlich dafür, dass die Partei im Wahlkampf wie eine Verbotspartei wahrgenommen worden sei.

Durch das Ziel, das Splitting abzuschaffen, sei der Eindruck entstanden, die Grünen seien grundsätzlich gegen die Ehe und erst recht dagegen, dass manche Paare sich bis heute entscheiden würden, dass einer für eine Weile aussteigt, um mehr Zeit für die Kinder zu haben. Heute aber sei es doch so, dass gerade viele schwule und lesbische Paare sich nichts mehr wünschten als endlich heiraten zu können. "Ich freue mich, wenn Menschen heiraten und damit sagen, wir treten füreinander ein."

"Künftige steuerliche Vorteile sollten für alle Formen der Partnerschaft gelten"

Für Ärger daran dürfte sorgen, dass die Fraktionschefin auf ein zweites Argument, das während des Wahlkampfs als Begründung diente, bisher kaum eingeht. Brantner und Kellner verweisen darauf, dass die größten Probleme nicht Elternpaare hätten, sondern Alleinerziehende.

Und sie erinnern daran, dass die früheren Steuerpläne der Grünen vor allem eine Besserstellung der Alleinerziehenden und der Kinder vorsah. Deshalb plädieren sie für ein Steuerrecht, das Alleinerziehenden genauso helfe wie Familien ohne Trauschein, die sich um Kinder kümmern. "Künftige steuerliche Vorteile sollten daher nicht für Ehen gelten, sondern für alle Formen der Partnerschaft, in denen Kinder erzogen werden."

Auch Parteichef Cem Özdemir betonte am Montag, die Grünen würden an ihrem Ziel, das Ehegattensplitting abzuschaffen, festhalten.