Gedenken an den Holocaust Links gegen das Vergessen

Viele junge Deutsche wissen nicht, was der Name Auschwitz bedeutet. Dabei mangelt es nicht an Informationsmaterial zu dem Vernichtungslager: Im Netz finden sich zahlreiche umfassende Dokumentationen, interaktive Grafiken und bewegende Zeitzeugen-Berichte. Eine Auswahl informativer Links.

Zusammengestellt von Jasmin Off

"Auschwitz" - kaum ein anderer Name wurde so sehr zum Symbol für den Holocaust wie der Name dieses Konzentrationslagers. Im größten deutschen Vernichtungslager starben unter der Diktatur der Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen. Die meisten von ihnen wurden gleich nach ihrer Ankunft im Lager in den Gaskammern qualvoll ermordet.

Mehrere Gedenkstätten haben 2010 die Namen von Auschwitz-Opfern in einem Totenbuch im Internet veröffentlicht. Seither wird daran gearbeitet, die Listen mit Biografien und Fotos zu ergänzen.

(Foto: dapd)

Als sowjetische Truppen am 27. Januar 1945 das Hauptlager Auschwitz-Birkenau befreiten, fanden sie fast 6000 Häftlinge vor. Die meisten von ihnen völlig entkräftet, krank, dem Tode nahe. Wenige Tage später wurde die Weltöffentlichkeit über das unvorstellbare Ausmaß der Gräueltaten informiert. Adolf Eichmann, verantwortlich für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden auch nach Auschwitz, konnte 1945 flüchten. Er wurde später jedoch gefasst und in Israel verurteilt und hingerichtet.

Heute sind große Teile des Lagers öffentlich zugänglich und Teil des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau. 1979 wurde es von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. In Deutschland gilt der Jahrestag der Befreiung als nationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Allerdings - so hat eine aktuelle Umfrage gezeigt - weiß vor allem die junge Generation immer weniger über diesen Teil der deutschen Geschichte.

Informieren könnten sie sich mittlerweile auf zahlreiche Seiten im Internet, die häufig auch Bilder, Videos und Grafiken anbieten. Eine Auswahl:

[] Das Gedenkmuseum Auschwitz-Birkenau hat auf der englischsprachigen Seite http://en.auschwitz.org/m/ historische Dokumente und Bilder zusammengestellt, etwa zur Befreiung des Lagers und über die an Häftlingen durchgeführten medizinischen Versuche.

[] Hinter http://www.auschwitz.info/d/index.de.html steht das Internationale Auschwitz Komitee. Auf der mehrsprachigen Webseite finden sich sehr persönliche Berichte von Überlebenden des Lagers und Verweise zu nationalen Opferverbänden.

[] Eindrucksvolle Bilder des Lagers, die erst nach der Befreiung von Auschwitz aufgenommen wurden, hat der Fotograf Steffan Sturm zusammengestellt: http://www.kz-auschwitz.de/

[] Ein beeindruckendes animiertes Fotoalbum findet man hier: http://www1.yadvashem.org/yv/en/exhibitions/album_auschwitz/multimedia.asp. Die Bilder wurden von zwei SS-Männern im Sommer 1944 aufgenommen und zu einem Album verarbeitet, dessen Zweck bis heute unklar ist. Heute ist es im Besitz von Yad Vashem in Jerusalem - der bedeutendsten Gedenkstätte für die nationalsozialistische Judenvernichtung.

[] Unter dem Titel "The Nazis and the final solution" findet man unter http://www.bbc.co.uk/history/interactive/animations/auschwitz_map/index_embed.shtml eine aufwendige interaktive Karte. Hier kann man sich über die Geschichte des deutschen Eroberungskrieges, die Entwicklung der Judenverfolgung sowie die einzelnen Lagerteile von Auschwitz informieren.

[] Im Jahr 2005 hat die britische BBC eine ausführliche Fernsehdokumentation erstellt, die auch im NDR ausgestrahlt wurde. Die Serie folgt den Spuren des Massenmordes, beginnend mit der Errichtung von Auschwitz, und zeigt die Entwicklung zum größten Vernichtungslager während des Zweiten Weltkriegs. Ausschnitte aus den sechs Teilen finden sich bei YouTube. Eine DVD-Box mit der vollständigen Doku ist im Handel erhältlich.

[] Ein umfassendes Spezial anlässlich des diesjährigen 67. Jahrestags der Befreiung bietet auch die ARD. Unter http://www.ard.de/mensch-alltag/Auschwitz/-/id=1361420/1mtc09q/ gibt es Texte sowie Audio- und Videomaterial, unter anderem zu den Auschwitz-Prozessen in Frankfurt und zur Wannseekonferenz.

[] Ein Web-Spezial hat der Hessische Rundfunk erstellt. Unter http://www.hr-online.de/website/static/spezial/auschwitzprozess/index.html zeichnet das Projekt "Das Ende des Schweigens" die Frankfurter Auschwitz-Prozesse von 1963 bis 1965 nach.

[] Die Frage, wie Adolf Eichmann die Flucht gelingen konnte, wird in diesem Beitrag eingehend erörtert. http://www.arte.tv/de/Holocaust--Wie-gelang-Adolf-Eichmann-die-Flucht/3675576.html. Entstanden ist die Sendung für das Journal des Fernsehsenders ARTE.

[] Informationen zum Jahrestag selbst und den Gedenkfeiern in Deutschland hat das Bundesministerium des Innern auf dieser Seite zusammengetragen: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Standardartikel/DE/Ministerium/Protokoll/Gedenktage/Der_27_Januar_1945.html?nn=109808

Die Befreiung von Auschwitz

Das Ende des Holocaust