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Gazastreifen/Israel:Hamas-Rakete trifft Synagoge

Der blutige Kleinkrieg im Süden des Heiligen Landes hat erneut Todesopfer gefordert. Derweil wurde die Grenze zwischen dem von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifen und Ägypten - allerdings nur für wenige Tage.

Die militante palästinensische Organisation Hamas hat am Samstag Vergeltung für israelische Luftangriffe geübt und Raketen auf die südisraelische Grenzstadt Sderot abgefeuert. Dabei wurden ein Haus und eine Synagoge getroffen, es gab aber keine Opfer.

Iraelis flüchten nach Ertönen des Raketenalarms in Sderot in einen Schutzraum

(Foto: Foto: dpa)

Tags zuvor waren bei einem palästinensischen Raketenangriff auf einen Kibbuz ein Israeli ums Leben gekommen und drei weitere Personen verwundet worden. Israel griff daraufhin zwei Polizeistationen im Gazastreifen an und tötete fünf Hamas-Mitglieder.

Die Hamas schoss nach eigenen Angaben am Samstag 15 Raketen auf Israel ab. Nach Darstellung der israelischen Streitkräfte schlugen fünf davon in Israel ein. Eine traf ein Haus in Sderot, eine weitere landete in der Nähe des jüdischen Gotteshauses, eine dritte im Hof einer Schule.

Nach Militärangaben feuerten militante Palästinenser seit Jahresbeginn rund 1.950 Raketen und Granaten auf Israel ab. Diese Zahl entspreche etwa den Angriffen im gesamten Jahr 2007. Seit 2001 wurden bei den Raketenangriffen 14 Menschen in Israel getötet.

Ägypten bemüht sich derzeit, eine Feuerpause zu vermitteln. Der neuerliche Schlagabtausch gefährdete diese Bemühungen. Ein Hamas-Sprecher erklärte, seine Gruppe werde "bis zum letzten Moment" vor Inkrafttreten der Waffenruhe feuern.

Vereinbarung mit Kairo

Israel hat auf die ständigen Angriffe mit einer Blockade des Gazastreifens reagiert. Lebensmittel und vor allem Treibstoff sind seitdem knapp geworden.

Derweil wurde der seit Anfang Februar weitgehend geschlossene Grenzübergang Rafah zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten nach palästinensischen Angaben vorübergehend wieder geöffnet. Der Schritt gehe auf eine Vereinbarung mit der Regierung in Kairo zurück, teilte die radikal-islamische Hamas am Samstag mit.

Rafah bleibe zwei weitere Tage offen, an denen Verletzte und Kranke den Gaza-Streifen für Arztbesuche verlassen könnten. Auch könnten jene Palästinenser in den Gaza-Streifen zurückkehren, die seit Januar in Ägypten festsitzen.

Damals hatten Hamas-Kämpfer den Grenzzaun aus Protest gegen die israelische Gaza-Blockade gesprengt. Hunderttausende Palästinenser waren nach Ägypten geströmt. Sie versorgten sich mit Gütern, die infolge der israelischen Blockade im Gaza-Streifen rar geworden waren. Ägypten versucht nun mit Unterstützung der USA, eine inoffizielle Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu vermitteln.

Dabei ist auch eine Öffnung von Rafah unter der Kontrolle von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas vorgesehen, der aber die Hoheit über den Gaza-Streifen an die Hamas verloren hat.

Am Grenzübergang in Rafah waren Beobachter der Europäischen Union stationiert, bis die Hamas die Fatah-Gruppe von Abbas im Juni vergangenen Jahres vertrieben hatte. Bei einer vorübergehenden Öffnung sollten sie nach Informationen aus europäischen Diplomatenkreisen nicht auf ihre Posten zurückkehren.