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Gaza-Hilfsflotte:Türkei und Israel nehmen Gespräche wieder auf

Ende der Eiszeit: Nach dem israelischen Angriff auf eine Gaza-Hilfsflotte mit türkischen Todesopfern haben sich offenbar Minister beider Länder erstmals getroffen.

Erstmals seit dem israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte mit neun türkischen Todesopfern haben beide Länder offenbar über eine Beilegung des seitdem bestehenden diplomatischen Streits beraten.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu und der israelische Handelsminister Benjamin Ben Elieser hätten sich am Mittwoch in Brüssel nach entsprechenden Bemühungen von israelischer Seite zu Beratungen getroffen, sagte ein türkischer Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Die Türkei habe ihre Vorstellungen zur Beilegung der Krise bereits im Vorfeld übermittelt. "Diese Erwartungen wurden in dem Treffen wiederholt".

Die Türkei verlangt für eine Normalisierung ihrer Beziehungen zu Israel eine offizielle Entschuldigung für den Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu habe in einem vertraulichen Gespräch mit dem israelischen Industrieminister Benjamin Ben-Eliezer zudem Entschädigungszahlungen für Opfer des Angriffs sowie ein Ende der israelischen Blockade des Gaza-Streifens gefordert, berichteten türkische Medien am Donnerstag.

Mit dem Treffen haben die Regierungen der beiden Staaten erstmals seit dem gewaltsamen Kapern eines türkischen Passagierschiffes wieder einen Schritt aufeinander zu gemacht. Ein israelisches Spezialkommando hatte vor einem Monat im Mittelmeer das türkische Passagierschiff Mavi Marmara mit mehr als 500 pro-palästinensischen Aktivisten an Bord gestürmt. Dabei waren neun Aktivisten getötet und mindestens 45 weitere verletzt worden.

Israel wollte den Schiffskonvoi daran hindern, die Seeblockade vor dem Gaza-Streifen zu brechen. Der Zwischenfall führte zur bislang größten Krise im Verhältnis der beiden strategischen Partner.