Der US-Sondergesandte Steve Witkoff kündigt die Umsetzung der zweiten Phase des Gaza-Friedensplans an. Darin gehe es um die Entwaffnung der Hamas, die Einsetzung einer technokratischen Übergangsregierung und den Beginn des Wiederaufbaus des Gazastreifens, teilte Witkoff auf der Plattform X mit.
US-Präsident Donald Trump hatte den Friedensplan im September 2025 vorgestellt. Die Waffenruhe trat dann kurz darauf am 10. Oktober in Kraft, war jedoch fragil. Im Rahmen des ersten Teils des Abkommens sollten unter anderem alle aus Israel Entführten und die Leichen der Geiseln übergeben werden. Die sterblichen Überreste eines Israelis befinden sich aber weiterhin im Gazastreifen. Witkoff drohte „ernste Konsequenzen“ für den Fall, dass die Hamas die sterblichen Überreste der Geisel nicht zurückgäbe.
Die Entwaffnung der Hamas lehnt die Terrororganisation bislang ab. Hamas-Mitglieder, die sich zu einer friedlichen Koexistenz mit Israel und zur Niederlegung ihrer Waffen verpflichten, sollen Amnestie erhalten.

Trotz Waffenruhe:Israel und Hamas bereiten sich auf neue Kämpfe vor
Die USA und Israel geben der islamistischen Hamas im Gazastreifen Berichten zufolge noch Zeit für ihre Entwaffnung. Doch danach sieht es weiterhin nicht aus. Brechen bald neue Kämpfe aus?
Zudem sieht die zweite Phase des Friedensplans eine internationale Stabilisierungstruppe (ISF) vor, die im Gazastreifen für Ordnung sorgen soll. Ein internationaler „Friedensrat“ soll unter Leitung von Trump die Übergangsregierung beaufsichtigen. Die Besetzung dieses „Friedensrats“ muss noch geklärt werden. Dieser soll dann auch die „Stabilisierungstruppe“ aufbauen.
Außerdem soll die israelische Armee aus dem Großteil des Gazastreifens abziehen und bislang gehaltene Gebiete schrittweise an die ISF übergeben. Ob der Übergang zur zweiten Phase am Ende tatsächlich gelingt, ist ungewiss. Viele Punkte sind noch ungeklärt. Die Verhandlungen dürften wegen starker Differenzen zwischen den Kriegsparteien noch schwieriger werden als über die erste Phase.
Zuvor haben sich in Kairo Vertreter der Hamas ebenfalls über die Zukunft des Gazastreifens und den Beginn der zweiten Phase beraten, teilten die Teilnehmer dem staatsnahen ägyptischen Fernsehsender Al-Kahira News nach dem Treffen mit. Dabei ging es auch um die Schaffung eines Gremiums aus palästinensischen Technokraten, die das Gebiet vorübergehend verwalten sollen.Die Hamas teilte am Vorabend mit, dass Spitzenfunktionär Chalil al-Haja die Delegation in Kairo anführen werde.

