Gauck in China Eine Rede, zwei Interpretationen

Bundespräsident Joachim Gauck ist bei seinem China-Besuch darauf bedacht, einen Eklat zu vermeiden. Dennoch übt er Kritik an den Zuständen im Reich der Mitte. Dazu bedient er sich eines Tricks.

Von Constanze von Bullion, Shanghai

Es dauert eine Weile, bis der Gast sich auch in der Öffentlichkeit dieser Zone annähert, in der es ungemütlich werden kann. Als er sie erreicht hat, kommen Sätze, die für deutsche Ohren nicht eben aufrüttelnd klingen. Für chinesische Ohren dürfte das anders sein.

"Nie wieder sollte die Macht über dem Recht stehen", sagt Gauck zum Beispiel. Oder dass es der kommunistischen Regierung des Landes, aus dem er mal kam, nichts half, dass sie ihr Volk "entmündigte, einsperrte und jene demütigte, ...