bedeckt München 11°

Galgenattrappe bei Pegida-Demo:Ermittelnder Staatsanwalt im Fall des Pegida-Galgens erhält Morddrohungen

Pegida in Dresden

Nach dem Träger des selbstgebastelten Galgens bei einer Pegida-Demo wird immer noch gesucht.

(Foto: dpa)
  • Der Staatsanwalt, der wegen der Galgenattrappe auf einer Pegida-Demo ermittelt, erhielt mehrere Morddrohungen per E-Mail.
  • Darin heißt es unter anderem: "Für Euch ist die Schlinge auch schon geknüpft" oder "Wir kriegen Euch alle".
  • Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen Bedrohung eingeleitet.

Anonymer Absender

Der Staatsanwalt, der wegen einer Galgenattrappe bei einer Pegida-Demonstration ermittelt, hat Morddrohungen erhalten. In der Poststelle der Dresdner Staatsanwaltschaft sind mehrere entsprechende E-Mails eingegangen, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Mittwochabend. Darüber hatte die Bild-Zeitung in ihrer Online-Ausgabe zuerst berichtet.

"Bedrohungen und Beschimpfungen gegenüber Staatsanwälten und Richtern darf es nicht geben", sagte Justizminister Sebastian Gemkow (CDU). Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen Bedrohung eingeleitet, um den anonymen Absender zu identifizieren.

Dieser schrieb unter anderem: "Für Euch ist die Schlinge auch schon geknüpft" oder "Wir kriegen Euch alle". In einer Mail werde ihm mit Erschießung gedroht, "es käme der Tag der Abrechnung", berichtete Staatsanwalt Jan Hille der Bild. Der Jurist hatte am Vortag über Ermittlungen zum Pegida-Galgen informiert.

"Galgen"-Träger wird ebenfalls noch gesucht

Der Mann, der die für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) "reservierte" Galgenattrappe zur Schau gestellt hatte, wird nach wie vor gesucht.

Der Fall hatte bundesweit Empörung ausgelöst. Gemkow verurteilte die Anfeindungen "aufs Schärfste" und sieht sie auch als Angriff auf die gerade im Osten mühsam errungene unabhängige Justiz. "Ein Angriff auf sie ist ein Angriff auf den Staat und damit auf uns alle", so der Minister.

© Süddeutsche.de/dpa/mane/fued
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema