Gaddafi-Clan flieht nach Algerien:Verräterische Wüstenkämpfer

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Am Anfang der Kämpfe war von Missionen algerischer Kampfflugzeuge ohne Hoheitsabzeichen die Rede, die angeblich Stellungen der Rebellen bombardiert hätten. Nachdem der Sicherheitsrat eine Flugverbotszone verhängt hatte, die von der Nato überwacht wurde, war in den Berichten von Waffenlieferungen aus Algerien die Rede.

Ein Indiz für die Parteinahme Algiers auf Seiten Gaddafis ergab sich, als die Rebellen am Wochenende in Tripolis dessen Hauptquartier im Kasernenkomplex von Bab al-Asisija eroberten. Dabei nahmen sie mehr als 400 Kämpfer der Polisario-Befreiungsfront für die Westsahara gefangen.

Die Polisario hat ihre Lager auf algerischem Territorium, ist aber in ihrem eigentlichen Ziel, der von Marokko annektierten Westsahara, militärisch kaum mehr tätig. Offenbar sind diese Polisario-Kämpfer als Hilfstruppen von Algerien dem Gaddafi-Regime zur Verfügung gestellt worden.

Ein Militärsprecher der libyschen Rebellen hatte noch vor dem Bekanntwerden des Grenzübertritts der Familie Gaddafis auf einer Pressekonferenz gefordert, Algerien müsse der Realität Rechnung tragen und die Aufständischen als Freiheitskämpfer anerkennen. "Wir unterscheiden zwischen dem großen algerischen Volk und der Regierung", sagte der Sprecher.

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