G-7-Gipfel Macron gegen Trump: Machtkampf beim Händeschütteln

  • Beim G-7-Gipfel erwiderte der französische Präsident Macron energisch den festen Händedruck von US-Präsident Trump.
  • Jetzt verrät Macron, was er sich dabei gedacht hat.
  • Demnach wollte er Trump signalisieren, dass er in strittigen Punkten nicht nachgebe.
Von Juri Auel

US-Präsident Trump hat es schon mit einigen Handschlägen in die Nachrichten geschafft. So wurde unter anderem spekuliert, warum er bei einem Pressetermin im Weißen Haus die Hand des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe augenscheinlich gar nicht mehr loslassen wollte. Abe atmete sichtlich auf, als er seine Hand endlich wiederhatte. Als Angela Merkel Trump das erste Mal in Washington besuchte, wurde ein ausgebliebener Händedruck zum großen Thema. Trump sagte später, er habe die Bitte der Kanzlerin, ihm die Hand zu reichen, nicht gehört.

Der französische Präsident Emmanuel Macron wusste also wohl, was ihn bei seinem ersten Zusammentreffen mit Trump auf dem G-7-Gipfel erwarten würde - und bereitete sich offenbar gut vor.

Trump und Macron sitzen auf zwei Stühlen, die Flagge der USA und die Trikolore im Hintergrund. Trump streckt Macron die Hand entgegen, der erwidert die Geste. Auch diesmal sorgte die Handshake-Szene für Schlagzeilen. Doch diesmal lag das nicht an Trump, sondern an Macron - oder genauer gesagt, an der Art, wie der französische Präsident die Hand des US-Präsidenten schüttelte.

Macron presste die Lippen fest zusammen, packte entschlossen zu und blickte während des Händeschüttelns US-Präsident Trump tief in die Augen. Trumps Händedruck gilt als besonders fest. Macron hielt dem Druck allerdings erstaunlich lange stand - und ließ die Hand des "mächtigsten Manns der Welt" nur widerwillig wieder los.

Einige Beobachter werteten die Szene als Machtspiel unter Männern. Jetzt meldete sich Macron selbst zu Wort und erklärte, wie er die Szene gerne verstanden haben möchte. Demnach hatte er tatsächlich einen Hintergedanken, als er bei dem Fototermin beherzt zupackte. "Mein Händeschütteln mit ihm war nicht arglos", sagte er der Wochenzeitung Journal du Dimanche. Eine Geste wie ein Händedruck sei zwar nicht das Wichtigste der Politik, aber durchaus ein Moment der Wahrheit.

Trump folge ähnlich wie Putin und Erdoğan "einer Logik der Beziehungen der Stärke, was mich nicht stört", sagte Macron. Allerdings glaube er nicht "an eine Diplomatie der öffentlichen Beschimpfungen, sondern an meine bilateralen Gespräche". Dabei lasse er "nichts durchgehen", nur so verschaffe man sich bei diesen Herren Respekt. "Man muss zeigen, dass man nicht die geringsten Zugeständnisse macht, seien sie auch nur symbolisch", sagte der französische Präsident.

Am Montag wird Putin im Schloss Versailles bei Paris mit Macron zusammentreffen. Mit Spannung wird erwartet, ob der französische Präsident beim Fototermin mit dem russischen Präsidenten ähnliche Signale senden wird.

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