Der Mann, an dem in diesen Tagen Chinas Fußballhoffnung hängt, hat auf internationaler Bühne noch nie ein Tor geschossen. Darf er auch nicht. Ma Ning, 47 Jahre alt, ist Schiedsrichter. Er und seine Assistenten sind die einzigen chinesischen Teilnehmer bei der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft. In seiner Heimat wird Ma trotzdem behandelt wie ein Star. Konzerne wie Lenovo, Hisense und Mengniu werben mit ihm. Hunderttausende folgen ihm in den sozialen Medien. Unter einem seiner Posts mahnt ein Nutzer den Referee: „Sei bloß nicht schwach. Immerhin steht ein mächtiges Land hinter dir! Und eine Null-Mann-Fußballmannschaft.“
Fußball in ChinaWoran der mächtigste Fußballtrainer der Welt scheitert
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Chinas Staatschef Xi Jinping (2. von li.) und die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolgen 2017 in Berlin ein Spiel des Deutsch-Chinesischen Jugendfußballturniers.
Oliver Hardt/Bongarts/Getty ImagesSchnell aufsteigen, spätestens 2050 Weltmeister werden – Chinas Führung hat große Ziele im Fußball ausgerufen. Doch die Prestige-Strategie ist zur Posse über Macht und Korruption verkommen.
Von Lea Sahay und Gregor Scheu, Peking
