Terrorangriffe in Nahost Mehrere Tote bei Schießerei im Süden Israels

Blutige Terroranschläge: Bislang unbekannte Attentäter haben in der Nähe der Stadt Eilat einen Bus verfolgt und aus automatischen Waffen das Feuer eröffnet. Auch auf ein Auto und eine Gruppe Soldaten wurde geschossen. Das israelische Fernsehen berichtet mittlerweile von einem vierten Angriff Bewaffneter in der Nähe der Grenze zu Ägypten. Verteidigungsminister Barak gibt dem Nachbarland eine Mitschuld.

Israel ist nach Angaben seines Militärs von koordinierten Terrorangriffen getroffen worden. Noch besteht allerdings keine Klarheit über den tatsächlichen Tathergang. Sicher scheint jedoch, dass ein Bus und ein Privatauto im Süden des Landes unter Feuer genommen wurden. Außerdem gibt es Berichte über einen Angriff auf eine Gruppe Soldaten. Das israelische Fernsehen berichtet mittlerweile auch von einem vierten Angriff Bewaffneter in der Nähe der Grenze zu Ägypten. Dafür gibt es allerdings bislang noch keine offizielle Bestätigung.

Einschussloch in der Frontscheibe: Im Süden Israels haben Unbekannte auf einen Bus und ein Auto geschossen.

(Foto: Reuters)

Auch der Hintergrund der Taten ist noch unklar, zur Zahl der Toten und Verletzten gibt es unterschiedliche Angaben. Eine Meldung, dass es außerdem in der Stadt Beerscheba eine Explosion gegeben habe, hat der Rundfunk mittlerweile zurückgezogen.

Ersten Erkenntnissen zufolge sind bei den Anschlägen auch panzerbrechende Waffen und Mörser eingesetzt worden, sagte Militärsprecher Joab Mordechai im Rundfunk. Mindestens 14 Menschen seien verletzt worden. Radio Israel spricht von sieben Toten. Nach ersten Informationen des Auswärtigen Amtes in Berlin sind keine Deutschen unter den Opfern .

Die israelische Regierung bestätigte mittlerweile, dass drei Attentäter von Spezialeinheiten der Polizei getötet worden seien. "Die drei Terroristen, die einen Bus in der Nähe von Eilat angegriffen haben, sind von Spezialeinheiten der Polizei getötet worden", schrieb einer der Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Ofir Gendelman, auf Twitter.

Unbekannte Bewaffnete hatten nach Armeeangaben auf der Nationalstraße 12 nordwestlich von Eilat zunächst das Feuer auf einen Reisebus eröffnet. Anschließend sei ein israelisches Fahrzeug in unmittelbarer Nähe zur ägyptischen Grenze mit panzerbrechenden Waffen beschossen worden. Dabei seien fünf Menschen verletzt worden, berichteten Radiosender. Bei einem dritten Zwischenfall sei ein weiterer Bus beschossen worden.

Die Täter seien zunächst in einem Auto einem Reisebus gefolgt, der auf dem Weg von der Wüstenstadt Beerscheva nach Eilat am Roten Meer war. Als sie aus automatischen Waffen das Feuer auf den Bus eröffneten, habe der Fahrer Gas gegeben und sei den Attentätern entkommen, berichtete das israelische Fernsehen.

Die Straße, auf der dieser Bus unterwegs war, führt zum Teil unmittelbar an der Sinai-Grenze zu Ägypten entlang. Israel hat vor kurzem damit begonnen, entlang dieses Grenzabschnitts eine Grenzbefestigung zu bauen. Die Grenze dort bildet dort über weite Strecken derzeit nur ein Zaun. Regierungsvertreter hatten sich vor kurzem besorgt geäußert, Extremisten im Sinai könnten ein Sicherheitsvakuum nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak ausnutzen.

Hamas weist die Verantwortung zurück - und lobt die Attentäter

Aus ägyptischen Sicherheitskreisen hieß es, ein Angriff auf den Bus von der ägyptischen Seite der Grenze sei unwahrscheinlich. Bei Sicherheitskontrollen sei nichts Verdächtiges aufgefallen. Verteidigungsminister Ehud Barak gibt Ägypten eine Mitschuld an den Anschlägen. "Die Angriffe sind ein Beweis für die mangelnde Kontrolle der Ägypter auf der Sinai-Halbinsel und das Erstarken terroristischer Gruppen dort", hieß es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums in Tel Aviv. Die Drahtzieher der Anschläge säßen aber im Gazastreifen, schrieb Barak weiter. Israel werde mit aller Härte und Entschiedenheit reagieren, warnte der Minister. Das Land hat in der Vergangenheit wiederholt mit Luftangriffen auf Anschläge reagiert.

Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas-Organisation hat den Vorwurf zurückgewiesen, an den Terroranschlägen beteiligt zu werden. "Ich glaube nicht, dass Hamas hinter den Angriffen steht", sagte das führende Hamas-Mitglied Ahmed Jussef der Deutschen Presse-Agentur in Gaza. "Aber wir preisen die Attentäter, denn sie haben israelische Soldaten angegriffen", fügte Jussef hinzu. Israel greife den Gazastreifen "täglich" an. "Da es keinen Verhandlungsprozess gibt, ist die militärische Eskalation nur logisch", sagte der stellvertrende Außenminister der selbst ernannten Hamas-Regierung. Die Hamas beherrscht den Gazastreifen seit Mitte Juni 2007.

Es ist der zweite Terroranschlag in Israel in diesem Jahr. Am 23. März waren bei dem ersten schweren Anschlag in Jerusalem seit etwa zwei Jahren eine Frau getötet und dutzende Menschen verletzt worden. Der Sprengsatz explodierte nach Polizeiangaben in einer Tasche, die ein mutmaßlich palästinensischer Attentäter an einer Haltestelle nahe der zentralen Busstation abgestellt hatte.